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Vertragsunterzeichung: Im Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate besiegelte Landrat Martin Bayerstorfer (sitzend,  r.) die Kooperation.

Kooperation mit den Vereinigten Arabischen Emiraten

Klinikum Erding wirbt um arabische Patienten

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Das Klinikum Erding kooperiert mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch das ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Klinikum.

Erding – Sie sind steinreich und daher ein äußerst lukratives Klientel: Patienten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über deren Behandlung am Klinikum Erding hat der Landkreis mit dem Wüstenstaat nun offiziell eine Kooperation unterzeichnet und damit eine bereits seit neun Jahren bestehende Verbindung fester gezurrt. Vor allem die Gefäßchirurgie steht in Arabien hoch im Kurs.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) sieht die Kooperation als „Herausstellungsmerkmal für unser Krankenhaus“. Erding habe sich „in der starken Konkurrenz der Münchner Kliniken einen Namen gemacht, auf den wir sehr stolz sind“.

Versorgung der Erdinger hat weiterhin Priorität

Doch es geht nicht nur ums Renommee, sondern auch um knallharte wirtschaftliche Interessen. Bayerstorfer berichtet, dass hierbei so genannte extrabudgetäre Erlöse erwirtschaftet würden, „die dem Haus zu 100 Prozent zur Verfügung stehen“.

Der Landrat betont aber auch, „dass die medizinische Versorgung der Landkreisbürger weiterhin an erster Stelle steht“. Denn das sei die Kernaufgabe des Erdinger Klinikums. Allerdings kämen Sondereinnahmen dem gesamten Haus und damit der Bevölkerung zu Gute.

Kinderversorgung soll verbessert werden

2020 soll das medizinische Spektrum des Kreiskrankenhauses aufgeweitet werden. Bayerstorfer kündigt an, dass die lang ersehnte Strahlentherapie nun realisiert werden könne. „Wir stehen in intensiven Verhandlungen mit einem Anbieter“, sagte der CSU-Kreisvorsitzende in seiner Jahrespressekonferenz. Baulich hält er die Eingliederung für „rasch machbar“, sprich binnen eines Jahres. „Ich werde dem Krankenhausausschuss im September die Pläne vorstellen“, kündigte er an.

Bei der Tumorbehandlung arbeite das Haus mit der onkologischen Praxis Dr. Schmidkonz/Dr. Konrad in Erding zusammen. „Sie wollen ihr Behandlungsspektrum deutlich ausweiten“, so Bayerstorfer.

Verbessern will er nach wie vor die klinische medizinische Versorgung von Kindern. Auch wenn eine eigene Kinderklinik als mehr als unwahrscheinlich gilt, „will ich das nicht aus den Augen verlieren“. Bei den Budgetverhandlungen mit den Kassen habe er unlängst deren Vertreter darauf hingewiesen, „dass es in Erding, Ebersberg, Freising und München Land nichts gibt. Wir reden hier aber über eine dreiviertel Million Einwohner.“

Bereitschaftsdienst für Kinder?

Bayerstorfer verweist auf die Kooperationen mit dem Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut in den Bereichen Pädiatrie, Diabetes und Perinatalversorgung. „Wir wollen analysieren, was es schon gibt, was gut läuft und wo Verbesserungsbedarf besteht“, so der CSU-Kreischef. Eine Schwachstelle hat er bereits gefunden – „bei den akuten Fällen, etwa alltäglichen Verletzungen“. Er wolle es Eltern nicht zumuten, in Erding abgewiesen und nach Landshut geschickt zu werden. „Das ist schon eine ganz schöne Strecke bis dahin.“

Deswegen schwebt ihm ein kassenärztlicher Bereitschaftsdienst für Kinder vor – vergleichbar mit dem für Erwachsene der KVB im Foyer des Klinikums.

Als weitere Projekte am Klinikum nennt er die Vergrößerung der Dialyse, die Anschaffung eines neuen MRT und den Aufbau eines ambulanten OP-Zentrums. Und das Personalwohngebäude soll bald wieder voll belegt sein.

Hans Moritz

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