+
Das Klinikum Erding will ein eigene kinderheilkundliche Abteilung installieren. Erster Schritt in diese Richtung ist der Wechsel von der Grund- und Regel- zur sogenannten Schwerpunktversorgung. Dies wird je tzt beantragt. 

So kann Erding zu einer Pädiatrie kommen

Klinikum Erding will Schwerpunktversorger werden: Erste Weiche für Kinderklinik gestellt

  • schließen

Das Klinikum Erding will Schwerpunktversorger werden. Damit würde nicht nur eine kinderheilkundliche Abteilung entstehen, sondern auch weitere medizinische Bereiche.

Erding – Eine kinderheilkundliche Abteilung am Klinikum Erding – dieser Wunsch vieler Bürger und Politiker nimmt erste konkrete Formen an. Um eine Pädiatrie an der Bajuwarenstraße zu etablieren, soll aus dem bisherigen Grund- und Regel- ein sogenannter Schwerpunktversorger werden. Wie berichtet, würde diese Paketlösung auch andere Ausbauprojekte am Krankenhaus des Landkreises erleichtern. Einstimmig hat der Krankenhausausschuss am Mittwoch den Startschuss dafür gegeben.

Besser Versorgung von Kindern hat oberste Priorität

Die CSU-Fraktion hatte beantragt, der Landkreis möge zunächst prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, um eine pädiatrische Abteilung zu installieren. Den Beschlussvorschlag formulierte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) in der Sitzung kurzerhand um, um Nägel mit Köpfen zu machen: Das Klinikum soll den Wechsel zur Schwerpunktversorgung mit Etablierung einer pädiatrischen Abteilung beantragen.

Laut Bayerstorfer ist eine Versorgung kranker oder verletzter Kinder derzeit nur zum Teil möglich. Deren bessere Versorgung habe oberste Priorität. Zugleich könne man die Geburtenzahlen in Erding steigern, wenn auch Risiko- und Mehrlingsgeburten möglich wären. Mehr Geburten wiederum brächten mehr Fördergelder.

Diese gebe es auch in anderen Bereichen, etwa für einen modernen Hybrid-OP, der seit längerem auf der Wunschliste steht und ohne den gewisse Eingriffe bald vielleicht nicht mehr möglich sein könnten. Nicht zuletzt entstünden mit dem Wechsel zum Schwerpunktversorger weitere Bereiche wie Neurologie und Urologie.

„Wenn wir Pädiatrie und Neonatologie haben wollen, geht das nur auf diesem Weg“

„Die logische Konsequenz daraus kann nur sein, diesen schwierigen und langwierigen Weg anzustreben und Schwerpunktversorger zu werden“, erklärte Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last und stellte klar: „Wenn wir Pädiatrie und Neonatologie haben wollen, geht das nur auf diesem Weg.“ Aus ärztlicher Sicht und im Namen seiner Kollegen sekundierte Ärztlicher Direktor Dr. Lorenz Bott-Flügel: „Ja, diesen Schritt sollten wir gehen.“

Ohnehin sei das Klinikum nur wenig vom Schwerpunktversorger entfernt. Es verfüge schon jetzt über ein breites Spektrum in seinen Fachabteilungen. Insbesondere das Angebot in den chirurgischen Abteilungen gehe deutlich über das allgemeine im Regelversorgungsbereich hinaus – dort seien Abteilungen wie Gefäß-, Thorax- oder plastisch-rekonstruktive Chirurgie üblicherweise nicht zu finden, erklärte Bayerstorfer vor der Ausschusssitzung in einem Pressegespräch, in dem es um den Jahresabschluss 2018 ging (Bericht folgt).

Erdings OB Max Gotz (CSU) meinte, eine Kinderheilkunde sei „längst überfällig“. Elisabeth Mayr (CSU) sagte, es sei „Fünf vor Zwölf“. Und Josef Biller (CSU) gab zu bedenken, dass man nicht so lange warten solle, „bis andere Landkreise den Fuß schneller in der Tür haben“.

Der Weg wird kein leichter sein

Auch Petra Bauernfeind (FW), Michaela Meister (SPD) und Helga Stieglmeier (Grüne) waren für die Etablierung einer Kinderabteilung. Bauernfeind jedoch sah es kritisch, eine Entscheidung zu treffen, ohne genaue Zahlen zu kennen. Stieglmeier sorgte sich darum, ob man das nötige Personal finde und ob die Räumlichkeiten ausreichend seien. Und Meister wollte wissen, warum andernorts Kinderkliniken schließen müssten und ob das nicht auch Erding drohen könnte. Hierzu meinte Last, dass vor allem die Häuser schließen müssten, die aufgrund struktureller Anforderungen besonders hohe Personalschlüssel hätten. Auf Erding werde das nicht zutreffen.

Dass der Weg bis zur kinderheilkundlichen Abteilung kein leichter wird, ist allen Beteiligten klar. „Es wäre illusorisch zu glauben, dass wir das ab 2020 anbieten können“, sagte Bayerstorfer. Deshalb soll das Klinikum zusätzlich prüfen, wie die Behandlung von Kindern schon jetzt weiter verbessert werden kann. Bayerstorfer nannte als Beispiel eine kinderärztliche Bereitschaftspraxis: „Ich wäre bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen.“

vam

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Google-Bewertungen für Flughafen München verwundern: „Tolle Whiskey-Beratung“
Der Flughafen München ist seit vier Jahren der einzige Five-Star-Airport Europas. Reisende haben ihre eigene Meinung dazu und geben die kuriosesten Bewertungen auf …
Google-Bewertungen für Flughafen München verwundern: „Tolle Whiskey-Beratung“
Schwindkirchener fürchten weitere Belastungen durch Isentalautobahn
Die A94 ist auch für Schwindkirchener ein Problem. Ein weiteres wird die B15-Vollsperrung ab April 2020. Bei der Bürgerversammlung wurden vernünftige Lösungen gefordert.
Schwindkirchener fürchten weitere Belastungen durch Isentalautobahn
Neue Autobahn A94: Pfusch bei Bauarbeiten? Vom Lärm geplagte Anwohner lassen nicht locker
Rund um die Uhr Autobahnlärm: Die Bürger in den Orten rund um die neue A94 sind verzweifelt. Bei einem Ortstermin mit Politikern machten die Anwohner ihrer Wut Luft.
Neue Autobahn A94: Pfusch bei Bauarbeiten? Vom Lärm geplagte Anwohner lassen nicht locker
Flughafen München: Pläne für Expresszug scheitern - Politiker machen ihrem Ärger Luft
Eine Expressbahn zum Münchner Flughafen wird es vorerst nicht geben. Der Airport hat entsprechende Pläne nun begraben. Politiker machen ihrem Ärger Luft.
Flughafen München: Pläne für Expresszug scheitern - Politiker machen ihrem Ärger Luft

Kommentare