+
Immer mehr Menschen suchen die Notaufnahme des Klinikums Erding auf. Nur ein Viertel der Patienten wird vo n dort stationär aufgenommen. 

Klinikum Erding erweitert Notaufnahme

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Die Zentrale Notaufnahme des Klinikums Erding wird beträchtlich erweitert. Damit setzt sich eine Rochade weiterer Ambulanzen in Bewegung.

Erding – Die Zentrale Notaufnahme (ZANA) des Klinikums Erding wird beträchtlich erweitert. Das beschloss der Krankenhausausschuss einstimmig. Damit setzt sich eine Rochade weiterer Ambulanzen in Bewegung.

„In der Corona-Zeit haben wir schmerzhaft gespürt, dass die Notaufnahme zu klein und nicht mehr zeitgemäß ist“, berichtete stellvertretender Krankenhausdirektor Martin Kornhaas. In den vergangenen zehn Jahren seien die Fallzahlen um 40 Prozent gestiegen. „Die Räumlichkeiten reichen für das heutige Patientenaufkommen nicht mehr aus“, so Kornhaas weiter. Doch es gibt nicht nur Platzprobleme. Der Vize-Klinikchef berichtete auch von neuen „strukturellen Veränderungen“.

So soll die neue ZANA einen zweiten Schockraum, einen zweiten Computertomografen und eine Aufnahmestation bekommen. In dem werden Patienten betreut, bei denen erst nach eingehenden Untersuchungen feststeht, ob sie stationär aufgenommen werden müssen. Auf Anfrage von Drittem Landrat Rainer Mehringer rechnet Kornhaas vor, dass drei Viertel der Patienten von der ZANA aus wieder nach Hause geschickt werden könnten.

Als „Zuckerl“ bezeichnete es Kornhaas, dass das Klinikum mit einer Aufnahmestation in die Notfallstufe 2 vorrücke, was 300 000 Euro zusätzlich an Notfallvergütung mit sich bringe.

Nicole Schley (SPD) fragte, ob nach vor vor viele „falsche“ Notfälle ins Klinikum kämen. Das bejahte Ärztlicher Direktor PD. Dr. Lorenz Bott-Flügel, wies aber darauf hin, dass weder Haus- und Fachärzte noch die Kassenärztliche Vereinigung rund um die Uhr erreichbar seien. Auch für diese Menschen müsse man da sein, „und wenn es nur ein Mückenstich ist.“ Jeder Patient werde begutachtet.

Das kostet die ZANA Platz und die Patienten Zeit, betonte Bott-Flügel. Mit mehr Behandlungsräumen könne man die Wartezeiten verkürzen. Martin Huber (AfD) mahnte in diesem Zusammenhang an, „auch den Personalbestand der erweiterten Notaufnahme anzupassen“.

Nach dem Beschluss können nun die Planer ihre Arbeit aufnehmen. Die Kosten stehen laut Kornhaas noch nicht fest. Er versicherte aber, „dass die Investition zum großen Teil mit Fördergeldern des Freistaat Bayern finanziert wird“.

Der zusätzliche Platz für ZANA fällt nicht vom Himmel. Deswegen setzt diese Entscheidung eine weitere Neuaufteilung einiger Ambulanzen in Gang. Aufgrund der Pandemie muss das Klinikum sein bereits beschlossenes Umzugskonzept ändern. Auch dem stimmte der Krankenhausausschuss zu. Zusätzliche Kapazitäten im Kreiskrankenhaus sind durch den Umzug der Pflegeschulen in das benachbarte neue Bildungszentrum für Gesundheitsberufe frei geworden. In zwei ehemaligen Lehrsälen im Gartengeschoß werden die Ambulanzen der chirurgischen Abteilungen und der Plastischen Chirurgie verlegt. Sie befinden sich derzeit neben der Notaufnahme im ersten Stock. Die Zeit drängt, denn Covid-19 hat das Klinikum dazu gezwungen, Infektpatienten isoliert unterzubringen. Für sie gibt es einen eigenen Zugang. Dafür muss die Schmerztagesklinik mit ihrem Umzug, der für heuer geplant war, warten.

Allein Umzug und Umbau der Ambulanz der Plastischen Chirurgie wird rund 170 000 Euro kosten. Alle weiteren Schritt können finanziell noch nicht beziffert werden. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) erklärte, weitere Ausgaben dafür seien heuer nicht vorgesehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unfall in Erding: Auto überschlägt sich
Unfall in Erding: Auto überschlägt sich
Ohne Testergebnis abzuwarten: Erdinger FOS-Schülerin geht mit Covid-19 in den Unterricht
Ohne Testergebnis abzuwarten: Erdinger FOS-Schülerin geht mit Covid-19 in den Unterricht
Hauen und Stechen ums neue Arbeitsamt
Hauen und Stechen ums neue Arbeitsamt
Sattelzug kippt um: Chaos auf der A92
Sattelzug kippt um: Chaos auf der A92

Kommentare