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„Bis bald“ steht auf einem Kinderbild vor dem derzeit geschlossenen Kreißsaal.

Klinikum Erding

Geburtshilfe: „Es schaut ganz gut aus“

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Am Klinikum Erding herrscht wieder verhaltener Optimismus. Einige Hebammen aus der Region können sich vorstellen, die Geburtshilfe ab Oktober neu zu beleben

Erding - Die Chancen, dass ab Oktober am Klinikum Erding wieder Kinder auf natürlichem Weg zur Welt kommen, sind gestiegen. Dies berichtet Gynäkologie-Chefärztin Dr. Birgit Niemeyer. Eine feste Zusage will sie noch nicht geben, „aber derzeit schaut es ganz gut aus. Ich bin optimistisch. Wir setzen weiter alles daran, dass der Kreißsaal im Herbst wieder in Betrieb genommen werden kann“, sagte Niemeyer bei einem Infoabend für werdende Eltern am Mittwoch. Bekanntlich ist die Geburtshilfe wegen akuten Hebammenmangels im Juli für drei Monate stillgelegt worden. Nur noch geplante Kaiserschnitte werden vorgenommen.

Niemeyer berichtet von einem Treffen, zu dem man 100 Hebammen aus der Region eingeladen habe. 20 seien erschienen, so die Chefärztin, die nicht nur zahlenmäßig mit der Resonanz zufrieden ist. Das Interesse sei ebenso groß gewesen wie die Bereitschaft, dem Klinikum zu helfen.

Es seien Hebammen gewesen, die in den unterschiedlichsten Bereichen tätig seien. „Seit dem Treffen bin ich zuversichtlich, dass wir ein schlagkräftiges und selbstbewusstes Team aufbauen können.“ Man habe sich rege ausgetauscht, es seien sehr gute Ideen für die Zukunft vorgebracht worden.

Noch vor einem Monat hatte Klinikums-Vorstand Dr. Dirk Last bedauert, „dass derzeit so gut wie keine Hebammen auf dem Markt sind“. Niemeyer erklärt: „Wir haben in den vergangenen Wochen die gute Erfahrung gemacht, dass es einige Fachkräfte gibt, die noch dazu aus der näheren Region kommen. Das wäre natürlich die Ideallösung.“

Es zeichne sich ab, dass es wie bisher ein Belegsystem sein wird. Die Bereitschaft, sich fest anstellen zu lassen, ist laut Niemeyer so gut wie nicht vorhanden. Noch habe auch niemand unterschrieben, „aber ich bin guter Dinge, dass wir das in zwei, drei Wochen erneut gute Nachrichten haben“. Darüber hinaus wirbt das Klinikum in Fachmagazinen und Foren mit großen Anzeigen für den Hebammendienst in Erding.

Auch wenn es weiter keine Garantie gibt, den Kreißsaal wieder zu eröffnen, rät Niemeyer allen Schwangeren, die in Erding entbinden wollen, sich vormerken zu lassen. Auf der Homepage www.klinikum-erding.de gibt es unter der Rubrik „Geburtshilfe“ den Reiter „Anmeldung zur Geburt“.

Die zeitweise Schließung des Erdinger Kreißsaals hat Auswirkungen auf die benachbarten Geburtskliniken. Sie verzeichnen seit Juli deutlich mehr Anfragen aus dem Raum Erding. Privatdozent Dr. Lorenz Rieger, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Landshut-Achdorf, erklärt, seit Juli 2016 habe man etwa 100 zusätzliche Geburten verzeichnet. Aus Erding kämen seither mehr Schwangere.

Im Klinikum Freising, ein Haus mit rund 950 Geburten pro Jahr, haben sich nach Angaben von Pressesprecher Christoph Wenzel bereits 50 Frauen aus dem Nachbarlandkreis fest zur Entbindung angemeldet. 30 bis 40 weitere hätten Interesse signalisiert. „Wir werden niemanden abweisen, auch wenn wir die Mehrarbeit deutlich spüren.“ In Freising gibt es laut Wenzel drei Kreißsäle mit elf Hebammen, von denen immer zwei im Dienst sind.

Stefan Huber, Geschäftsführer der Kreisklinik Ebersberg, sagt auf Anfrage: „Wir haben ein gestiegenes Interesse unmittelbar nach der Bekanntgabe aus Erding gespürt. 15 Frauen haben sich sofort angemeldet.“ Zu den 650 Geburten in Ebersberg könnten 100 aus dem Nachbarlandkreis hinzukommen. „Das schaffen wir“, so Huber. Weil niemand wisse, wie es in Erding weitergeht, „werden wir unsere Kreißsäle nun ertüchtigen“.

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