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Die Chemie stimmt zwischen dem neuen Gastroenterologie-Chefarzt Dr. Gernot Berthold (M.), Klinik-Direktor Dr. Dirk Last (r.) und Landrat Martin Bayerstorfer.

Klinikum Erding: Gernot Berthold leitet Gastroenterologie

Neuer Chefarzt, neue Medizintechnik

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Alles neu in der Abteilung Gastroenterologie der Inneren Medizin am Klinikum Erding: Sie hat mit Dr. Gernot Berthold (57) seit zwei Monaten einen neuen Chefarzt, der seiner neuen Arbeitsstätte gleich seine Handschrift mit neuen, modernen Diagnose- und Behandlungsgerätschaften geben möchte. 

Erding - Über eine halbe Million Euro haben ihm Krankenhaus-Direktor Dr. Dirk Last und Landrat Martin Bayerstorfer dafür an die Hand gegeben. Aktuell stellen mehrere Firmen ihre Apparate vor.

Berthold ist gebürtiger Donauwörther, der in Würzburg sein Abitur gemacht und Medizin studiert hat. Erste klinische Stationen waren Wertheim, Bad Mergentheim und Gera, ehe Berthold zu den Lahn-Dill-Kliniken mit 1000 Betten wechselte. Die vergangenen 17 Jahre war er leitender Oberarzt an deren Klinikum Wetzlar.

Die Erdinger Stellenausschreibung habe ihn sehr gereizt, berichtete er gestern bei seiner offiziellen Vorstellung – „weil es ein kommunales Krankenhaus ist, das eine Wachstumsstrategie fährt“, so Berthold. Auch die Region gefalle ihm sehr gut. Mit seiner Familie lebt der 57-Jährige in Poing. Berthold führt die Zusatzbezeichnung Infektiologie und ist Ernährungsmediziner.

Einer seiner Schwerpunkte wird die diagnostische und therapeutische Endoskopie sein, vor allem Magen- und Darmspiegelungen. Eng vernetzt ist er nicht nur mit Ärztlichem Direktor PD Dr. Lorenz Bott-Flügel von der Inneren/Kardiologie, sondern auch mit Chef-Chirurg Prof. Dr. Jörg Theisen. Seine Patienten kommen unter anderem mit Magen- und Darmtumoren beziehungsweise Krebsvorstufen, die endoskopisch entfernt werden.

Berthold berichtet von wöchentlichen Tumorkonferenzen. „Es ist unser Ziel, den Patienten vollständig hier im Haus behandeln zu können.“

Große Hoffnungen setzt der neue Chefarzt auf die Strahlentherapie, die am Klinikum Erding ab 2022 aufgebaut werden soll – in einem eigenen Gebäude im Südosten des Krankenhauses mit einem Strahlenbunker mit mehreren Metern dicken Betonwänden. Das werde „das jetzt schon beachtliche medizinische Spektrum noch einmal erweitern“. Zum Einsatz komme die Strahlentherapie bei vielen Tumorarten, etwa im Darm, in der Lunge, in der Brust und in den Knochen. Auch lobt Berthold den neuen MRT, der exzellente Bilder liefere.

2000 bis 3000 Darmspiegelungen werden an der Bajuwarenstraße jedes Jahr vorgenommen. Bisher war dafür Prof. Dr. Rudolf Riepl verantwortlich, der seit 1998 am Klinikum war, die letzten 20 Jahre als Chefarzt. Ende September ging der Wörther in den Ruhestand. Seine weiteren Fachbereiche waren Diabetologie und Stoffwechsel. Nicht nur der Landrat, auch Berthold lobte die Verdienste Riepls, der ein breites Spektrum angeboten habe und überaus erfahren gewesen sei. Mit der Aufrüstung der Abteilung breche nun ein neues Kapitel an. Die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten will Berthold fortsetzen. Und im Klinikum selbst wird er Weiterbildungen anbieten. ham

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