klinikum-erding-erweiterung
+
Jeder Quadratmeter zählt: Ans Klinikum Erding werden mehrere Neubauten integriert, um neue Abteilungen und eine moderne, größere Notaufnahme zu etablieren. Unser Bild zeigt von unten nach oben das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, das Ärztehaus, den Funktionstrakt, das Bettenhaus und das Personalwohngebäude

Jetzt werden Europas beste Architekten gesucht

Startschuss für Mega-Erweiterung des Klinikums

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

In kleinen Schritten zu einem großen Ziel: Nach dem Krankenhaus- hat gestern Nachmittag auch der Bauausschuss des Kreistags erste Weichen für ein 55-Millionen-Euro-Projekt gestellt. Das Klinikum wird erweitert und in seinem mittlerweile 50 Jahre alten Inneren umgebaut.

Die Kreisräte beschlossen nicht nur, das Planungsverfahren anzustoßen, sondern auch, für vorerst vier Jahre einen Projektsteuerer einzusetzen. „Das schaffen wir nicht alleine“, erklärte Matthias Huber von der Kreisverwaltung. Dazu sind europaweite Ausschreibungen nötig. Erstes Ziel ist, Planer zu finden.

Fritz Galuschka, Geschäftsführer des Architektenbüros RRP, erklärte, die Stahlbetonbauweise des Krankenhauses aus den frühen 70er Jahren sei nach wie vor gut. Allerdings fehlten mittlerweile 2500 Quadratmeter Nutzfläche, um medizinisch auf dem aktuellen Stand zu sein.

Vorrang haben Neubauten für eine strahlentherapeutische Praxis und ein deutlich größeres Dialysezentrum. Erstere soll in einen Neubau südöstlich des Klinikums einziehen, für die Blutwäsche ist ein weiterer Neubau zwischen Haupthaus und Personalwohngebäude vorgesehen. Hier sollen die Komplexe mit einer Fußgängerbrücke verbunden werden.

Das laut Huber und Galuschka „relevanteste Vorhaben“ ist eine komplett neue Notaufnahme im Süden der Klinik, die dann von der Straße Am Wasserwerk für Rettungswagen schneller und unkomplizierter zu erreichen ist. Der jetzige Standort ist laut Huber längst zu klein, die Notaufnahme auch räumlich regelmäßig überlastet – bei tendenziell steigendem Patientenaufkommen.

Ein weiterer Anbau ist östlich des Hauptgebäudes vorgesehen, die die seit Jahren gewünschte psychiatrische Tagesklinik beherbergen soll. Auch die Schmerztherapie wird hier einziehen.

Damit wird im Altbau Raum frei – aber nicht lange, wie Galuschka betonte. Der Landkreis will ein neues, modernes ambulantes OP-Zentrum einrichten, um den Haupt-OP-Trakt zu entlasten.

Auch der Hubschrauberlandeplatz soll umziehen. Sein Standort zwischen Klinik und Ärztehaus gilt unter Piloten als problematisch, weil wegen der dichten Bebauung die Möglichkeit fehlt, in einer Notlage in nördliche Richtung durchzustarten. Galuschka schlägt einen Dachlandeplatz vor, wie er in vielen großen Kliniken längst Standard ist und die Wege etwa in den Schockraum verkürzt.

Die nächsten Schritte sind die Bewerbung von Planungsbüros und die Auswahl eines Anbieters, der die 55-Millionen-Euro-Investition, für die es hohe Staatszuschüsse gibt, umzusetzen.

Ein eigenes Vorhaben, das Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last vorstellte, ist die Errichtung einer neuen chirurgischen Ambulanz. Auch dieses Problem besteht seinen Worten zufolge schon länger, habe sich aber durch die Corona-Pandemie und den höheren Platzbedarf für die Notaufnahme verschärft. Die Mittel von knapp einer Million Euro, davon 850 000 Euro reine Baukosten, stehen bereits im Wirtschaftsplan des Klinikums bereit.

Die chirurgische Ambulanz, die vor allem von Prof. Dr. Jörg Theisen, Chefarzt der Viszeral-, Thorax und plastischen Chirurgie, sowie Prof. Dr. Gerhard Konrad (Unfallchirurgie & Orthopädie) genutzt wird, soll endgültig aus dem Erd- und ersten Obergeschoss ausziehen. Dort lag sie zuletzt eingeklemmt zwischen Notaufnahme und Kreißsaal. „Diese Räume können wir dafür aber nicht mehr nutzen“, so Last, der nach der Pandemie wieder mit einem steigenden Patientenaufkommen rechnet. Interimsmäßig befindet sich diese Abteilung in den Räumen des Patientenmanagements beziehungsweise in Lehrsälen der früheren Pflegeschule. Umziehen soll sie nach den Worten Lasts ins Gartengeschoss im Westen, nahe dem Übergang zum Medizin Campus. Dies ist laut Last eine „auf die Zukunft gerichtete Lösung“. Errichtet werden sechs Behandlungszimmer, Empfangs- und Wartebereiche sowie ein Arztzimmer. Der Ausschuss stimmte allen drei Vorhaben einstimmig und ohne Diskussion zu.

ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare