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Der Pflegekrisendienst von Landkreis und Gemeinden soll sich um Menschen kümmern, die frisch aus dem Krankenhaus gekommen sind und noch auf Unterstützung angewiesen sind.

Klinikum darf Service nicht alleine anbieten

Rechtliche Hürden beim Krisenpflegedienst

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Beim Bemühen, einen Pflegekrisendienst für frisch aus dem Krankenhaus entlassene Patienten zu etablieren, hat der Landkreis einen Dämpfer erlitten. Sein bisher verfolgtes Konzept scheitert an rechtlichen Vorgaben.

Erding - Nun unternimmt Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) einen zweiten Anlauf: Der Kreisausschuss ermächtigte ihn, eine Ausschreibung zu veranlassen, um einen Pflegedienst zu gewinnen. Die Debatte zeigte: Viele Fragen sind noch offen, vor allem bei den Gemeinden.

Der Krisenpflegedienst soll sich um Menschen kümmern, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf sich alleine gestellt und auf Hilfe angewiesen sind, bis sie auf Reha, zur Anschlussheilbehandlung oder in ein Pflegeheim gehen können. Dies können pflegerische Leistungen sein, etwa Medikamentenabgabe oder Wundversorgung.

Nach Vorstellung der Kreistags-CSU, die den Antrag gestellt hatte, geht das Leistungsangebot aber darüber hinaus. So soll etwa sichergestellt werden, dass ein Patient nach längerer Abwesenheit Lebensmittel vorfindet oder Hilfe im Haushalt bekommt. Deswegen sollen auch Nachbarschaftshilfen und weitere Ehrenamtliche eingebunden werden.

Der Landkreis rechnet für sich mit Kosten in Höhe von jährlich rund 40 000 Euro. ebenso hoch dürfte der Anteil ausfallen, den die teilnehmenden Gemeinden zu leisten haben. Bayerstorfer erklärte, man rechne zunächst mit vier Kräften. Diese Zahl habe Rita Gabler vom Palliativ Team Erding genannt. Werde das Angebot gut angenommen, müsse man aufstocken. Noch ist aber nicht einmal bekannt, wie viele Gemeinden mitmachen. In Erding gibt es laut OB Max Gotz (CSU) diese Leistung bereits – durch das BRK.

Katrin Neueder von der Verwaltung erklärte, die jetzt aufgetretene Hürde betreffe die rechtliche Absicherung des Anbieters und des Versorgten. „Hierzu ist es unabdingbar, dass ein anerkannter und zugelassener Pflegedienst die Behandlungspflege durchführt“, so Neueder. Über diese Zulassung verfüge das Klinikum aber nicht.

Bayerstorfer betonte, dass der Krisendienst eine zeitliche Lücke schließen solle und keine Konkurrenz zu den ambulanten Pflegediensten darstelle. „Sobald die einsteigen, sind wir draußen.“

Hans Wiesmaier (CSU) erklärte namens der Bürgermeister: „Wir begrüßen das, wollen aber wissen, was wir für die 40 000 Euro bekommen.“ Es sei schwierig zu planen. „Über wie viele Patienten reden wir?“ Es müsse vermieden werden, dass die Krisenpfleger gleich zu Beginn überlastet seien. Aufstocken könne man immer. Georg Els (FW) forderte ein Leistungsverzeichnis.

Gertrud Eichinger (SPD) wollte wissen, wie der Kontakt zwischen Krisenpflegern und Patienten zustande komme und wie die Daten übermittelt werden. Es seien ja nicht nur Klinik-Patienten betroffen. Bayerstorfer erklärte, dass die Hausärzte die Schnittstelle seien. Im Klinikum gebe es die Abteilung Überleitung, die sich um Pflegeplätze oder ambulante Dienste kümmere. „Aber was ist, wenn ein Patient am Freitagnachmittag entlassen wird?“, fragte der Landrat.

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