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Nur in Schutzkleidung werden Covid-19-Kranken behandelt.

Steigt die Zahl der Corona-Kranken, greift Pandemie-Konzept

Klinikum: Wir sind für die Pandemie gerüstet

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Kliniken füllen sich wieder mit teils schwer kranken Corona-Patienten. In Erding noch nicht. Doch man ist gerüstet. Wie, das ist hier nachzulesen:

Erding – Nicht nur die Corona-Infektionszahlen steigen stark an (siehe Bericht unten), auch die Krankenhäuser behandeln wieder spürbar mehr Covid-19-Patienten, gerade auch auf den Intensivstationen. Am Klinikum Erding ist die Lage nach wie vor entspannt. Direktor Dr. Dirk Last betont im Gespräch mit unserer Zeitung jedoch, „dass wir uns sehr schnell an ein stark steigendes Patientenaufkommen aufgrund der Pandemie anpassen können“.

40 Betten umfasste die Isolierstation in der ersten Welle im Frühjahr, erinnert sich Last. Auf der Intensivstation waren es zehn Betten mit der Option, auf 15 aufzustocken. „Die Kapazitätsgrenze war damals zu keiner Zeit erreicht. Es gab allerdings eine kurze Phase, in der die regulären Beatmungskapazitäten ausgelastet waren.“ Da aber eine Weiterverlegung möglich gewesen sei, habe man nicht auf die Reservekapazitäten zurückgreifen müssen, so der Direktor.

16 Betten auf der Isolierstation - bei Bedarf sofort mehr

Auch jetzt in der zweiten Welle gibt es eine eigene Isolierstation – mit 16 Betten, bilanziert Sprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer. Aktuell würden fünf Patienten dort behandelt, allerdings niemand auf der Intensivstation oder mit künstlicher Beatmung. „Es handelt sich um leichte Fälle ebenso wie um klassische Risikopatienten“, sagt Last – also ältere Menschen sowie Vorerkrankte.

Er versichert, dass die Größe der Covid-19-Station und die Zahl der Betten „zu jedem Zeitpunkt dynamisch angepasst werden können“. Entsprechende Konzepte habe man fertig in der Schublade. „Aus der ersten Welle haben wir gelernt, wie wir schnell auf eine solche Situation reagieren können.“

Strenge Regeln für Besucher

Die Wiederinbetriebnahme des eigenen Infekteingangs im Gartengeschoss im Süden des Klinikums ist nach den Worten Fiebrandt-Kirmeyers aktuell noch nicht veranlasst, bei einer weiter steigenden Fallzahl „aber jederzeit möglich“.

Auch Besucher werden nach wie vor eingelassen, aber weiterhin nur sehr begrenzt – in der Regel ein Besucher pro Tag und Patient für eine Stunde, so die Sprecherin. Werdende Väter dürften bei der Geburt dabei sein sowie Mutter und Kind danach auf Station besuchen. Ausnahmen, so Fiebrandt-Kirmeyer, solle es nur bei weiter stark steigenden Zahlen geben. „Dann wäre ein Antikörper-Test eine Möglichkeit, um auf Nummer sicher zu gehen.“ Für Externe sind die beiden Kliniken aber weiterhin tabu. „Der Zutritt ist nur aus einem triftigen Grund, vor allem wegen einer Behandlung oder eines Patientenbesuchs, erlaubt“, so die Sprecherin.

Wer ernsthaft krank ist, sollte die medizinische Infrastruktur nutzen, rät der Klinikchef

In der ersten Welle blieben viele Patienten dem Klinikum, aber auch niedergelassenen Ärzten fern – aus Angst vor einer Infektion oder aber aus Sorge, das System zu überfordern. Last rät allen, die gesundheitliche Probleme haben, die medizinische Infrastruktur auch zu nutzen. „Wir versuchen, die Ambulanzen soweit möglich geöffnet zu halten.“ Die Regelungen böten ein „Höchstmaß an Sicherheit“.

Es gebe auch noch keine Pläne, planbare und elektive Behandlungen wieder einzustellen. Das wäre laut Last erst erforderlich, wenn die Zahl der Covid-19-Patienten stark ansteigt.

Zwei Coronafälle beim Personal schnell entdeckt

Auch beim Personal ist Corona ein Thema. Der Direktor berichtet, dass in den vergangenen Wochen zwei Mitarbeiter positiv getestet worden seien. Sie hätten sich außerhalb des Klinikums angesteckt und das Virus nicht weiter im Haus verbreitet.

ham

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