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So wird das neue Bildungszentrum für Gesundheitsberufe neben dem Klinikum ab Oktober aussehen. Das Bild zeigt die Weißtanne-Fassade mit dem markanten Eingang.

Klinikum Landkreis Erding

Neue Pflegeschulen nehmen im Oktober ihren Betrieb auf

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Gute Nachrichten hatte Landrat Martin Bayerstorfer gestern im Bauausschuss des Kreistags: Das neue Bildungszentrum für Gesundheitsberufe nimmt planmäßig im Oktober seinen Betrieb auf.

Erding - Knapp 300 Schüler werden dann von gut 25 Lehrkräften zu Alten- und und Krankenpflegern sowie Krankenpflegehelfern ausgebildet.

Die Besonderheit des Projekts: Es handelt sich um ein ÖPP-Modell. Das Unternehmen Goldbeck plant und baut das Schulhaus nicht nur, sondern betreibt es auch 25 Jahre lang, ehe es in das Eigentum des Landkreises übergeht. Den Kredit über die Gesamtinvestition in Höhe von 23 Millionen Euro löst der Landkreis von Goldbeck ab und bedient ihn im nächsten Vierteljahrhundert. Hinzu kommen Betriebskosten von jährlich 240 000 Euro, die der Landkreis an die Firma überweist.

Gestern informierten sich die Ausschussmitglieder über den Baufortschritt. „Alles im Plan“, lautete das Fazit von Projektleiter Niclas Mühlenstädt und Baustellen-Verantwortlichem Marcus Feld.

An der Bajuwarenstraße, direkt neben Klinikum beziehungsweise Ärztezentrum, entsteht das dreigeschossige Gebäude mit einer Fassade aus Weißtanne-Latten. Markant ist der Eingangsbereich, der sich über zwei Stockwerke erstreckt. Dahinter befindet sich das lichtdurchflutete Foyer. Im Erdgeschoss befinden sich zwei koppelbare Mehrzweckräume sowie die Altenpflegeschule, die von der BRK-Schwesternschaft aus München betrieben wird. In den beiden Obergeschossen sind die Schulen für Krankenpflege sowie -pflegehilfe untergebracht. Deren Leiter Michael Güglmann erklärte, dass man zu Lehrzwecken eine Wohnung und eine Intensivstation einbauen werde. Laut Güglmann sind sieben Klassen für bis zu 210 Schüler vorgesehen. Michael Nauen von der Altenpflegeschule sagte, die Schwesternschaft verfüge über fünf Klassen mit etwa 75 Auszubildenden. Derzeit liege die Auslastung bei etwa 70 Prozent.

Güglmann kündigte an, „dass hier auch interne Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen stattfinden werden“. Sie würden dann auch von der Bevölkerung genutzt, etwa in Kursen für pflegende Angehörige.

Die Baustelle liegt nach Angaben Mühlenstädts und Felds „voll im Zeitplan“. Vor genau einem Jahr habe man den Bauantrag gestellt. Die Genehmigung habe man im Juli erhalten. Ende August habe Goldbeck das Fundament bereitet, ehe von Ende September bis zum Jahreswechsel der Rohbau aufgestellt und winterfest gemacht worden sei. Dass dies nur zwölf Wochen gedauert habe, erklärte Mühlenstädt mit vorgefertigten Betonelementen.

Seit Januar läuft der Innenausbau. Die Böden sind laut Matthias Huber vom Landratsamt in Grau gehalten, die Möbel in hellem Ahornholz. Die Wände werden in verschiedenen Blautönen gehalten. Es handelt sich nach Angaben Bayerstorfers um ein Haus im Passivhausstandard. „Wir haben Wert auf möglichst ökologische Baustoffe gelegt.“ Es werde ein Konzept moderner Lernlandschaften umgesetzt.

Die Zufahrt zu den eigenen Stellflächen erfolgt über den Klinikumsparkplatz, Fußgänger und Radfahrer bekommen einen separaten Weg direkt von der Bajuwarenstraße. Das Freiluft-Klassenzimmer überspannt blassgrünes Sonnensegel als Schattenspender.

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