Sein Defizit konnte das Klinikum Erding im vergangenen Jahr verringern. Auch in Zukunft will man weiter investieren - in Personal ebenso wie in Medizintechnik. 

Landrat: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Jahresbilanz des Erdinger Klinikums: Weniger Defizit, mehr Patienten

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Sein Defizit konnte das Klinikum Erding im vergangenen Jahr verringern. Auch in Zukunft will man weiter investieren - in Personal ebenso wie in Medizintechnik. 

Erding – Das Klinikum Landkreis Erding konnte im vorigen Jahr sein Defizit verringern. 2,42 Millionen Euro beträgt der Jahresfehlbetrag, die Bilanzsumme liegt bei gut 44,4 Millionen Euro. Das Jahresergebnis 2018 ist damit um fast 31 000 Euro besser als veranschlagt. Und: „Das Ergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 1,5 Millionen Euro besser ausgefallen“, berichtete Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) am Mittwoch in einem Pressegespräch: „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Auch Bereiche, die sich nicht wirtschaftlich betreiben lassen 

Doch es gebe auch Bereiche in einem Krankenhaus, die sich nicht wirtschaftlich betreiben ließen. Genannt seien hier etwa die Notaufnahme (bis zu 900 000 Euro Kosten), die Geburtsabteilung (600 000 Euro) und ein Zwei-Bett-Zimmer-Standard (250 000 Euro). „Dennoch ist das mittelfristige Ziel, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Und mit dem Weg, auf dem unser Landkreisklinikum ist, ist das auch möglich“, so Bayerstorfer.

Dennoch müsse man weiterhin investieren in Personal und Medizintechnik, das stehe an vorderster Stelle. Zu den großen Investitionen im vorigen Jahr gehörten eine neue Angiographie-Anlage, das Bildungszentrum und der Umbau der Zentralen Sterilgut-Versorgungsabteilung. Außerdem gibt es eine Kooperation mit dem Kinderkrankenhaus St. Marien Landshut und die Teilnahme am Pilotprojekt zur modernen Schlaganfallversorgung (wir berichteten). Heuer werden rund 1,9 Millionen Euro investiert, etwa in den OP oder in neue Krankenhausbetten. Wie berichtet, will das Klinikum den Schritt zum Schwerpunktversorger gehen, außerdem soll die Dialyse auf 24 Plätze ausgebaut, ein eigenes MRT-Gerät angeschafft und auf dem Außengelände eine Strahlentherapie etabliert werden. Für 2020 sind Investitionen über 1,8 Millionen vorgesehen – unter anderem in ein neues CT.

Die Kostenträger rechnen mit Wachstum

Das Defizit sinkt leicht, die Patienten werden mehr, das Personal ebenso: All das hat auch die Kostenträger überzeugt. Obwohl das Klinikum in den vergangenen Jahren sein Ziel nicht erreichen konnte, trauen die Kassen dem Haus weiterhin Wachstum zu. Entsprechend erfolgreich seien die Entgeltverhandlungen verlaufen, berichtete Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last. „Läuft das vierte Quartal genauso gut wie die ersten drei, können wir die Vereinbarung auch einhalten“, sagte er.  

Das Jahr 2018 in Zahlen

Ergebnis: -2,42 Mio. Euro (Vorjahr: -4,06 Mio. Euro)

Patienten stationär: 16 450 (15 616)

Patienten ambulant (Notaufnahme und ambulanter OP): 15 251 (15 550)

Personal Köpfe (inkl. Schüler, zum 31.12.2018): 1086 (1010)

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