Seine dritte Erbse wird seine letzte sein: der scheidende Kommandeur Markus Alder, hier am Samstag bei der Eintopf-Ausgabe mit Christina Taggruber. Foto: Moritz

Fliegerhorst und Aktion Erbse 

Kommandeur Alder verlässt Erding

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Erding – Paukenschlag bei der zweiten Aktion Erbse in diesem Advent: Oberst Markus Alder verlässt den Fliegerhorst Erding. Der Kommandeur wechselt ans Verteidigungsministerium. Die Wohltätigkeitsaktion will er aber noch zu Ende bringen.

Auch am zweiten Adventssamstag war der Erbseneintopf aus der Fliegerhorst-Küche wieder gefragt. Gleich nach der Eröffnung auf dem Grünen Markt bildeten sich lange Schlangen an den Buden. Der zweite Verkaufstag ist traditionell Bürgertreff, bei dem sich die Politik unters Volk mischt. Diesmal schauten gleich beide Bundestagsabgeordnete vorbei – Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD). Auch die Lokalpolitik war gut vertreten, unter anderem Zweiter Landrat Jakob Schwimmer (CSU) und Dritte Landrätin Gertrud Eichinger (SPD). Die Lebenshilfe verkaufte Lose. Die Stadtkapelle ließ sich von der Kälte nicht aus dem Takt bringen.

In die gute Stimmung mischte sich allerdings Wehmut. Denn seit dem Wochenende steht fest: Für Markus Alder, Kommandeur des in Erding ansässigen Waffensystemunterstützungszentrums 1, wird es die letzte Aktion Erbse sein. Der Oberst wird Erding nach knapp drei Jahren verlassen. Er wechselt ins Bundesverteidigungsministerium nach Berlin. Im Bendlerblock wird er Büroleiter des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel (CSU). „Das wird eine spannende Aufgabe“, sagte Alder unserer Zeitung, wenngleich es ihm in Erding sehr gut gefallen habe. Künftig werde er ganz nah am politischen Betrieb sein. „Ich will dort meine Erfahrungen einbringen“, erklärte er. Der Übergabeappell an seinen Nachfolger wird am 31. Januar 2017 in Erding stattfinden.

Alder kam im April 2014 nach Erding, wo er Oberst Thomas Hambach ablöste, der nach nur einem Jahr im Fliegerhorst an die Führungsakademie der Bundeswehr gewechselt war. Bei Alders Einführung war gemutmaßt worden, er könnte der letzte Kommandeur in der Garnisonsstadt Erding sein und damit Stadtgeschichte schreiben. Bekanntlich befindet sich der Luftwaffenstützpunkt seit der Bundeswehrreform 2011 in Auflösung. Zu Jahresbeginn 2018 wird der Stab des Waffensystemunterstützungszentrums 1 nach Manching umziehen. Im gleichen Jahr dürfte die Auflösung des Materialdepots abgeschlossen sein. Nur das Instandsetzungszentrum 11 mit einigen angehängten Einheiten bleibt nach dem heutigen Stand der Dinge bis 2021 in Erding. Danach ist endgültig Schluss.

Erst Mitte November hatte Alder die Feierlichkeiten anlässlich 60 Jahre Bundeswehr im Erdinger Fliegerhorst im kommenden Jahr angekündigt. Am 20. Mai findet auf dem Schrannenplatz nicht nur ein Infotag der Luftwaffe statt, sondern am Abend auch ein feierlicher Appell im Stil eines Großen Zapfenstreichs – mit Soldaten, Märschen und Nationalhymne. Daran wird Alder nur noch als Gast teilnehmen können.

Eine Einladung erhält er sicher, verband ihn mit der Stadt und OB Max Gotz doch von Anfang an ein sehr gutes und konstruktives Verhältnis. Wie seine Vorgänger pflegte Alder eine Politik der offenen Kasernen(-Tür). Er ließ nicht nur die Flüchtlingshilfe herein, sondern unterstützte auch die Vereine vor allem mit Räumlichkeiten.

Hans Moritz

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