Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar

9+2: Das Pferd von hinten aufgezäumt

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Die Vorbereitungsklassen, die Mittelschülern den Weg zur Mittleren Reife ebnen, wird es nur in Wartenberg und Finsing geben, nicht in Isen. Der vorausgegangene politische Streit wäre nicht erforderlich gewesen. Kein Ruhmesblatt für den Kreistag, meint Hans Moritz in seinem Kommentar.

Da hat sich die Politik mächtig verrechnet: Der Kreistag wollte neben Wartenberg Isen als zweiten 9+2-Standort. Der Weg dorthin war fragwürdig. Denn die Kreisräte legten sich mehrheitlich fest, nur für den Standort Isen die Schülerbeförderung zu finanzieren – und nicht für den Mitbewerber Finsing. Ob die Verbindungen wirklich besser sind, ist strittig. Der Beschluss war auch deswegen fragwürdig, weil sich das Schulamt explizit noch nicht festgelegt hatte.

Erst auf Intervention des Kultusministeriums kam Finsing wieder ins Spiel – als dritter Standort. Die CSU, die mit ihrem Landrat Martin Bayerstorfer diesen Beschluss durchgedrückt hat, reklamiert gerne für sich, „näher am Menschen“ zu sein. In diesem Fall war die Fraktion meilenweit von ihnen entfernt.

Es ist unerklärlich, warum die Familien nicht vorher gefragt wurden. Sie sollten doch das Maß der Dinge sein. Sie wollten etwas anderes, wie sich jetzt drastisch zeigt. Der Kreistag hat das Pferd von hinten aufgezäumt – und ist mit seiner Linie gescheitert. Der vergiftete Streit war komplett überflüssig.

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