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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Leasing beim Wohnraum

Damit die Miete nicht flöten geht

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Eine gute und überfällige Idee: Landkreisbürger können vielleicht schon bald Wohnraum leasen. Das ist für viele die einzige Möglichkeit, zu Wohneigentum zu gelangen, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende. Er nimmt die Gemeinden in Pflicht: Sie müssen jetzt Grundstücke zur Verfügung stellen.

Der Vorschlag verdient es, revolutionär genannt zu werden: Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises will den Weg zum Eigenheim über Mietkauf ebnen. In einer sündhaft teuren Wohnregion wie Erding ist das für Familien mit normalem Einkommen einer der wenigen Wege, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen – und sich im Alter abzusichern. Die Leasing-Idee zeigt, dass andere Maßnahmen nicht greifen oder zu kurz springen. Kreis und Gemeinden legen beim sozialen Wohnungsbau eine Schippe drauf. Doch dieser Mietwohnraum steht Normalverdienern nicht zu, dafür haben sie ein zu hohes Einkommen. Für den regulären Markt ist es aber zu gering. Zudem ist das Gros neuer Wohnungen für kinderreiche Familien zu klein. Diese Zuschnitte mehren vor allem den Gewinn der Investoren. Der Kreis unterstützt Bauherren bereits, um die hohen Belastungen beim Grunderwerb abzufedern. Die Hürde ist dennoch oftmals zu hoch. Wer auf kein Erbe zurückgreifen kann, scheitert an den Sicherheiten, die die Banken verlangen. Viele Eltern bleiben zwangsweise Mieter – und zahlen ohne jede Nachhaltigkeit Monat für Monat. Das Leasing-Modell ermöglicht es, dass sich das Mieten langfristig lohnt, wenn nach etwa 30 Jahren eine Wohnung zum Entstehungswert übernommen werden kann. Gemeinden, die es mit der Familienfreundlichkeit ernst meinen, müssen dafür jetzt kräftig Bauland bereitstellen.

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