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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Hass in den sozialen Medien

Geistiger Brechdurchfall im Netz - ein Kommentar

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Soziale Netzwerke - wirklich? Der Ton auf Facebook & Co ist teils entsetzlich und entwürdigend. Das zeigt unter anderem die Dabatte um Christkindlmarkt und Eiszeit. „Geistiger Brechdurchfall“, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Vor einem Jahr prasselte Kritik über den stimmungslosen Christkindlmarkt ein. Die Eisbahn sei in Zeiten des Klimaschutzes nicht mehr vertretbar. Die Stadt übernahm die Organisation und stellte eine Kunststoffbahn auf. Und wieder reagieren die Bürger mit Hohn und Spott. Der Ton dabei – durchweg aggressiv und beleidigend. Die Weisheit scheinen einige mit dem Löffel gefressen zu haben.

Woher kommt dieser Hass? Aus den sozialen Netzwerken, die sich zu einer asozialen Plattform entwickelt haben. Jeder Unzufriedene kotzt sich hier aus – ohne Rücksicht auf Verluste. Wer seine Meinung in die Kommentarspalten hackt, muss nicht eine Nacht drüber schlafen oder einen Brief aufsetzen. Nein, einfach raus damit. Dieser geistige Brechdurchfall hat ein Ausmaß erreicht, das beschämt.

Und das schwerwiegende Folgen haben kann, nicht nur im Umgang miteinander. Wie wäre es denn, wenn die Stadt einfach mal Christkindlmarkt und Eiszeit ausfallen ließe? Reihenweise ist in diesen Tagen zu lesen, dass jeder andere Christkindlmarkt besser sei als der Erdinger. Dann kann man doch getrost dorthin gehen –und erspart der Stadt jede Menge Aufwand.

Oder man orientiert sich einfach mal an der Realität, sofern die die blindwütigen Facebooker & Co. noch erreicht: Gerade an den Wochenenden gibt es abends auf dem Markt kaum noch ein Durchkommen. So schlimm kann’s also nicht sein. Dort möge sich jeder selbst prüfen. Wann haben die Jammerer das letzte Mal auf dem Christkindlmarkt eine Baumkugel oder ein Kripperl gekauft? Dieser unbändige Hass und diese Verrohung der Sprache, sie passen nicht in die (Advents-)Zeit.

***

Ist es der Wahlkampf oder die Macht der Argumente? Nun ist auch Landrat Martin Bayerstorfer für einen Ausbau der Flughafen-Buslinie. Viel zu lange hat er diese als Werksverkehr herabgewürdigt. Die Busse zwischen Erding und dem Flughafen sind der Beweis, dass es eine echte Alternative zum Auto gibt – weil das Angebot stimmt. Und wenn das Herz schon so voll ist, sollte man drüber nachdenken, den Bus bis zum Lab Campus fahren zu lassen. Dort entstehen bald tausende Arbeitsplätze.

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