Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Fußgängerzone: Stadtrat hat Chance vertan

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Der Stadtrat von Erding  hätte dem Probebetrieb einer Fußgängerzone zustimmen sollen, um das Projekt dann zu beerdigen. Nun wird die Quartalsdebatte weitergehen, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Erding - Der nächste Antrag, es mit einer Fußgängerzone zu probieren, ist gescheitert. Schade, denn die ablehnende Mehrheit hat eine Chance vertan. Die Debatte, den Verkehr ganz aus der Innenstadt zu verbannen, ploppt jedes Jahr aufs Neue auf. Es sind immer die gleichen Argumente – dafür wie dagegen. Hätte die Politik den Weg für einen Testlauf freigemacht, hätte sie das Thema, das in seiner Endlosschleife immer mehr Menschen auf die Nerven geht, bis auf Weiteres beerdigen können.

Im Probelauf wäre der Verkehr von Samstag- bis Sonntagabend ausgesperrt worden – wahrlich keine aussagekräftige Zeitspanne. Allenfalls an lauen Sommerabenden hätte man vielleicht Auswirkungen gespürt. Selbst Ardeo-Vorsitzender Wolfgang Kraus hätte mit diesem Test leben können.

Danach hätte man guten Gewissens sagen können: Eine Fußgängerzone macht wirklich keinen Sinn. Das ist in der Tat so – und zwar nicht, wie oft behauptet wird, weil Erding zu klein sei. Das ist das schwächste Argument.

Es gibt Bessere: Das Beispiel Freisinger Brücke zeigt, welche katastrophalen Auswirkungen die Sperrung eines klitzekleinen Straßenabschnitts zur Folge hat. Wenn man sich nun vorstellt, der gesamte Verkehr auf Haager Straße, Langer Zeile und Landshuter Straße würde auf Mühlgraben, Krankenhausstraße, Gries und Bachinger Straße umgelenkt, braucht man nicht allzu viel Phantasie, um das Chaos vorherzusehen.

Andere Städte mit Fußgängerzonen beweisen, dass auch dort Geschäfte überleben. Was oft freilich gerne außer Acht gelassen wird: Hunderte Anwohner können ihre Häuser nicht mehr anfahren.

Wer jetzt auf Orte wie Murnau oder Bad Tölz verweist, beweist nur eines – dass er sich nicht auskennt. Denn hier gibt es Parallelstraßen, über die die Häuser in der Fußgängerzone erschlossen werden. Beide Orte haben zudem vorher (!) Umgehungsstraßen gebaut. Davon ist Erding meilenweit entfernt – und damit auch von einer Fußgängerzone.

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