Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar

Stoppt den Wettbewerbswahn an den Gymnasien!

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Erding - Nicht für die Schule, sondern für den nächsten Wettbewerb lernen unsere Kinder. Eine ungute Entwicklung, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar.

Gymnasien sind längst nicht mehr nur Wissensvermittler, sondern auch Schlagzeilen-Generatoren. Es vergeht keine Woche, in der keine Pressemitteilungen versandt werden. Bei vielen lohnt sich der Abdruck, etwa wenn junge Leute in so genannten P-Seminaren bewiesen haben, dass sie ihr Wissen über den Lehrplan hinaus realitätsnah umsetzen können. Häufig flattern den Redaktionen aber auch Mitteilungen über die Teilnahme an Schulwettbewerben auf den Tisch. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Schüler nicht nur klassenintern vergleichen.

Die Wettbewerberitis scheint aber vor allem einem Ziel zu dienen: Der Erhöhung des Rufes der Schule respektive deren Leiters. Es spricht Bände, wenn Hans-Joachim Fuhrig, Chef des Korbinian-Aigner-Gymnasiums Erding, dieser Tage die Notwendigkeit erneuerter Fachräume damit begründet hat, dass man so besser für Wettbewerbe gerüstet sei. Nein, dafür sind Fachräume primär nicht gedacht. Der Steuerzahler im Landkreis blättert Jahr für Jahr hunderttausende Euro hin, damit unsere Kinder möglichst gute Bedingungen bekommen, um zum Abitur zu gelangen, dass sie das Wissen nicht nur Büchern entnehmen müssen, sondern vieles möglichst hautnah kennen lernen.

Zugegeben, es ist schon eine Leistung, wenn man über einen Vergleichskampf eine Schulküche bekommt. Falsch ist es aber, wenn sich das Unterrichtsgeschehen danach ausrichtet, wo es was zu gewinnen gibt.

Gymnasien sollen sich profilieren dürfen, aber wenn Schulen an einem Standort zu Konkurrenten werden, die peinlich genau darauf achten, wie oft es die andere mit welchem Thema in die Medien schafft, läuft etwas falsch. Das zeigt sich auch daran, dass es im Kreis an keinem der drei Gymnasien eine Tendenz gibt, zum G 9 zurückzukehren. Denn das würde ja bedeuten, dass die „eigenen“ Schüler ein Jahr länger zum Abitur brauchen – wie schädlich fürs Image als Elitenschmiede.

Viele Familien wünschen sich für ihre Kinder eine Schule, an der der Druck nicht auch noch künstlich hoch gehalten, in der mehr Zeit gegeben wird, und in der das Kümmern umeinander einen Wert an sich darstellt. Um den Preis, dass es dafür keinen Preis gibt.

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