1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Erding

Kommentar: Mehr öffentlicher Wohnungsbau

Erstellt:

Von: Hans Moritz

Kommentare

kommentar-erding-wohnungsbau
Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger. © Mohr - Erding

Mehr Wohnungen bauen, damit die Preise sinken. Das wird nicht funktionieren. Nur mit mehr öffentlichem Wohnungsbau haben Familien selbst mit mittlerem Einkommen eine Chance, kommentiert Redaktionsleiter Hans Moritz.

1510 und 300 Euro – der erste Betrag beschreibt das Problem, der zweite zeigt eine Lösung auf. Die Stadt Erding hat im Thermengarten-Süd der Baugenossenschaft den Quadratmeter Grund für 300 Euro verkauft. Der aktuelle durchschnittliche Bodenrichtwert für die Kreisstadt liegt bei 1510 Euro. Mittelwert, das heißt: In manchen Erdinger Lagen kostet der Quadratmeter Bauland 2000 Euro und mehr. Das sind Beträge, die sich nicht einmal halbwegs gut verdienende Menschen leisten können.

Seit in Europa Schulden nichts mehr kosten, sind Immobilien zu Anlageobjekten verkommen. Geld ist offensichtlich noch genug vorhanden. Nur massenhaft Häuser zu bauen, macht kein einziges Objekt billiger.

Die Baupolitik muss sich radikal ändern. Die Region braucht viel mehr öffentlichen Wohnungsbau – auf dem Miet- wie auf dem Eigentumsmarkt. Das Beispiel Thermengarten zeigt: Gemeinsam können Kommunen und nicht gewinnorientierte Gesellschaften bezahlbaren Wohnraum schaffen. Ein weiterer Beleg ist das Mietkaufmodell, das Landkreis und Wohnungsbaugesellschaft auflegen wollen. Das ist die Zukunft. Und: Angesichts der hohen Bodenpreise müssen Häuser höher werden, sonst bleibt vielen nur der Wegzug. Eine Riesenchance für beides bietet das Fliegerhorst-Areal.

Auch interessant

Kommentare