Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

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Trotz Zweifeln hat das BRK eine faire Chance verdient

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Der neue Träger für das Frauenhaus Erding steht fest. Und er hat jetzt eine faire Chance verdient, sich zu beweisen, findet Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar.

Viel Neues hat die Sondersitzung des Kreistags zum Frauenhaus nicht gebracht. Sie war dennoch wichtig, denn endlich hatten die Fraktionen die Möglichkeit, den (verständlichen) Frust loszuwerden. In der zweieinhalbstündigen Debatte wurde deutlich: Die eigenmächtige Vertragskündigung durch Landrat Martin Bayerstorfer ist nur ein Aspekt.

Viele Kreisräte quer durch alle Fraktionen sind sauer, dass der Landrat die Geschäftsordnung wieder einmal genutzt hat, um keine Debatte zuzulassen. Georg Els (FW) sprach von einem „rechtlichen Trick“. Der CSU-Chef hat in dieser Sache keine gute Figur gemacht. Das war wahrlich kein leuchtendes Beispiel für die parlamentarische Demokratie.

Auch wenn Bayerstorfer und seine Juristen gefühlte 500 Mal darauf hingewiesen hatten, dass der Kreis Freising mit seiner Kündigung der Finanzierungsvereinbarung den Stein ins Rollen gebracht hatte, so blieben er und die Verwaltung die Antwort schuldig, ob nicht gemeinsam mit dem Kreisausschuss ein Weg hätte gefunden werden können, um mit dem Sozialdienst katholischer Frauen weiterzumachen. Denn dessen Qualität und Kontinuität zweifelte niemand an. Das nährt den Eindruck, dass Bayerstorfer den SkF los werden wollte – warum auch immer.

Das BRK muss sich fragen, ob es sich in dieser emotionalen Debatte mit seiner Bewerbung und einem erstaunlich geringen Zuschussbedarf einen Gefallen getan hat. Aber das Rote Kreuz hat jetzt eine faire Chance verdient, sich als neuer Träger zu beweisen. Das SkF hat mit dubiosen Gerüchten um seine Spendenverwendung zu kämpfen gehabt. Das war unter der Gürtellinie. Dass der SkF das Frauenhaus abgeben muss, ist ein herber Verlust. Ob der Landrat die Größe hat, das 25-jährige großartige Engagement zu würdigen?

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