Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Klinikum Erding

Geburtshilfe in Not: Doppelter Schaden

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Das Klinikum Erding ist wieder einmal selbst zum Patienten geworden - und das mit sehr wenig Eigenverschulden. Was jetzt zu tun ist, kommentiert Redaktionsleiter Hans Moritz.

Erding - Das Klinikum Erding ist – wieder einmal – in schwere See geraten. Am Montag muss Geschäftsführer Sándor Mohácsi dem Kreisausschuss ein Defizit von 3,32 Millionen Euro erklären. Kalkuliert waren für das vergangene Jahr nur 1,18 Millionen Euro. Dafür gibt es viele Gründe, darunter eine schlechte Auslastung über Monate.

Und nun muss Mohácsi, der für 2017 endlich wieder solide Zahlen vorlegen wollte, auch noch die zeitweise Schließung des Kreißsaals anordnen – zu wenige Hebammen. Die Folgen sind doppelt heftig: Zum einen gehen dem Haus des Landkreises erneut Einnahmen verloren. Viel schlimmer ist aber der Imageverlust. Die Geburtshilfe ist die Achillessehne jedes Krankenhauses. Probleme hier beschädigen schnell den Ruf der gesamten Einrichtung. Noch ist völlig unklar, ob es bis September gelingt, ausreichend neue Hebammen zu rekrutieren.

Es gibt nichts zu beschönigen: Die Zukunft der Erdinger Geburtshilfe ist in akuter Gefahr. Das Schlimme für Mohácsi: Selbst wenn er wollte, kann er nur begrenzt gegensteuern. Die Problematik der Beleg-Hebammen ist kein Erdinger Phänomen. Er kann weder Geburtshelferinnen herbeizaubern noch x-beliebig viele Patienten.

Der Landkreis betont stets, sein gut geführtes Krankenhaus keinesfalls privatisieren zu wollen. Daher muss er nicht nur das Defizit tragen, das zudem sinnvoll angelegtes Steuergeld ist. Er muss auch alles tun, um dem Klinikum bei der Rettung der Geburtshilfe zu helfen.

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