Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Und wieder einmal dreht sich alles nur ums Gymnasium

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Das G9 kehrt wieder. Am Montag werden die ersten Kinder für das neue Gymnasium angemeldet.  Redaktionsleiter Hans Moritz kritisiert, dass es in der Bildungspolitik immer nur um diese Schulart geht. 

Kommende Woche finden die Einschreibungen für die weiterführenden Schulen statt. Viele Familien werden aufatmen, weil sie das Grundschulabitur hinter sich haben. Das bayerische Schulsystem kennt keine Gnade: Die Gymnasialreife endet beim Schnitt von 2,33, die für die Realschule bei 2,5 – völlig wurscht, welche Talente die Kinder haben. Vor dem Übertritt stehen zwei Jahre, in denen eine Drei schon eine schlechte Note ist.

Wer sein Kind jetzt fürs Gymnasium anmeldet, schickt es wieder aufs G9. Dass das Turboabitur vom Tisch ist, ist eine gute Entscheidung. Wer hätte gedacht, dass die CSU im Stande ist, einen seit Jahren offenkundigen Fehler einzusehen – und ihn dann auch noch zu korrigieren.

Auch die drei Gymnasien im Landkreis Erding müssen nun gewaltige Anstrengungen unternehmen, um zum G9 zurückzukehren. Das heißt: Die bayerische Bildungspolitik wird sich wieder einmal fast ausschließlich den Gymnasien widmen. Real- und Mittelschulen laufen nebenher. Für sie interessieren sich die Politik, aber auch die Medien kaum.

Umso deutlicher ist das Signal, das die Stadt Erding aussendet. Die Mittelschule am Lodererplatz wird für über 20 Millionen Euro nicht nur saniert, in ihr soll zudem ein ganz neuer Unterricht unter anderem mit Lerninseln stattfinden. Mit Handeln, nicht mit Sonntagsreden stärkt man die Mittelschule – und damit auch das so ungemein wichtige Handwerk.

***

Der starke Mann der Erdinger CSU bleibt Max Gotz. Mit fast 100 Prozent wurde der OB, der den Ortsverband seit 1995 führt, im Amt bestätigt. Die Versammlung hat gezeigt: Gotz ist in den eigenen Reihen unangefochten. Und sie hat einen interessanten Einblick in den Maschinenraum der CSU gewährt. Auch in ihr gibt es nicht wenige, die mit Horst Seehofers Erklärung, als Parteichef und Ministerpräsident weiterzumachen, alles andere als glücklich sind. Aber sowohl Gotz als auch Umweltministerin Ulrike Scharf haben an der Erdinger Basis klargemacht: Er ist jetzt gesetzt. Und jetzt unterstützen wir ihn. Punkt. Basta. Amen.

Diese Geschlossenheit nach außen ist eines der Erfolgskriterien der Union. Davon kann Ewald Schurer nur träumen. Er will am Wochenende als SPD-Bezirksvorsitzender wiedergewählt werden. Seit Monaten ist der MdB wegen seiner Bundestagswahl-Liste umstritten. Und jetzt hat er auch noch einen starken Gegenkandidaten. Alles offen.

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