Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

 Erding braucht einen Masterplan

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An diesem Wochenende finden die Erdinger Gewerbetage statt. Im Wochenendkommentar beleuchtet Redaktionsleiter Hans Moritz die neue Wirtschaftspolitik der Stadt und ihre Herausforderungen.

Erding Die Gewerbetage an diesem Wochenende in der Innenstadt sind nur auf den ersten Blick die Fortsetzung der Leistungsschau im Eisstadion unter neuen Vorzeichen. Dahinter steckt erheblich mehr, ein neues Zusammenspiel der Kräfte.

Die Wende hat der Zukunftsplan Gewerbe 2030 eingeläutet. Seither arbeiten Stadt und Wirtschaft beziehungsweise deren Verbände eng zusammen. Wie wichtig dieser Plan ist, zeigt die Entwicklung in jüngerer Zeit.

Angesichts der Herausforderungen ist das der richtige Weg. Erding ist nach wie vor ein attraktiver Gewerbestandort. Das beweisen nicht nur die Pläne für das Logistikzentrum im Westen der Stadt. Doch es geht nicht nur um Neuansiedlungen. Zahlreiche ansässige Betriebe am Ort wollen vergrößern, auswärtige zieht es nach Erding. Andersherum ist nicht zu übersehen, dass immer mehr Unternehmen Erding verlassen müssen, weil sie hier nicht die erforderlichen Flächen bekommen. Und: Am Flughafen entsteht ein neuer Dienstleistungspark, der ausstrahlen wird.

Erding braucht ein Flächenmanagement. Es ist ja nicht so, dass kein Platz vorhanden wäre. In Erding-West sind ebenso noch Flächen frei wie in Aufhausen. Wie Lücken sinnvoll geschlossen werden könnten, ist zu klären, ehe der Bebauungsplan 225 für das Logistikzentrum endgültig auf den Weg gebracht wird. Die Umfrage unter den Unternehmern hat gezeigt: Für den Handwerkerhof wurde ein Flächenbedarf von 40 000 Quadratmetern angemeldet – 20 000 mehr als im Planentwurf. Die Frage ist: Müssen alle Neuansiedlungen hier stattfinden?

Und auch das ist nicht isoliert zu betrachten, denn längst ist klar: Es gibt auch einen eklatanten Mangel an Büroflächen. Die Agentur für Arbeit muss ihr Haus an der Freisinger Straße im Laufe dieses Jahres verlassen. Und Umweltministerin Ulrike Scharf sucht für ihre neue Lebensmittelüberwachungsbehörde einige hundert Quadratmeter Labor- und Büroflächen. Sie könnten in Aufhausen entstehen. All das zeigt: Ein Masterplan für die nächsten Jahre ist ein Muss. Deswegen ist es gut, dass Stadt und Wirtschaft den Schulterschluss üben, sowohl der Gewerbeverein als auch Ardeo.

Denn die Innenstadt spielt eine entscheidende Rolle. Der neue Ardeo-Chef Wolfgang Kraus hat völlig richtig erkannt, dass die Altstadt keine Boom-Town ist. Eher das Gegenteil: Je größer Erding wird, desto wichtiger wird sein Herz: Ein Stadtkern mit hoher Aufenthaltsqualität und guten Adressen.

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