Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Hochwasserschutz: Streit auf Kosten besorgter Bürger

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Vier Jahre ist das verheerende Hochwasser  von 2013 bald her. Ein Hochwasserschutz entlang der Sempt lässt weiter auf sich warten. Dafür sind vor allem zwei Gemeinden  verantwortlich, die  jede Gelegenheit zum Streit nutzen. Ein untragbarer Zustand, mein Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Wochenendkommentar.05

Erding/Wörth - Man wird das Gefühl nicht los, dass die politisch Verantwortlichen mit Eifer alles unternehmen, dass der Hochwasserschutz für Erding noch möglichst lange auf sich warten lässt – auf Kosten gefährdeter Bürger.

Es mutet schon sehr merkwürdig an, wenn die viele Kilometer südlich entfernt liegende Gemeinde Wörth bei einem Baugebiet im äußersten Nordosten Erdings anmerkt, dass sich die Bebauung nicht negativ auf die Hochwassersituation der Sempt-Oberlieger auswirken dürfe. Mit Verlaub, eine Handvoll Keller am Geislinger Sportplatz wird den Landkreis-Süden nicht absaufen lassen. Den Hinweis hätte es nicht gebraucht.

Überflüssig, um im Jargon zu bleiben, war aber auch die drastische Reaktion des Erdinger Oberbürgermeisters diese Woche im Planungs- und Bauausschuss. Max Gotz verstieg sich zu der Äußerung, dass es „schön langsam makaber werde“, was sich Wörth erlaube. Er sprach der Verwaltung seines Kollegen Thomas Gneißl noch dazu recht unverblümt Kompetenz ab: „Man sollte als Gemeindeverwaltung schon eine sach- und fachbezogene Stellungnahme losschicken.“ Das ist starker Tobak.

Damit geht der Streit entgegen anders lautender Beteuerungen so aggressiv wie noch nie in die nächste Runde. Der Hochwasserschutz für eine 38 000-Einwohner-Stadt ist wichtig. Aber Erding muss klar sein: Ohne Wörth geht es nicht oder nur mit jahrelanger Verzögerung. Wenn die Politik nicht endlich verbal abrüstet und zur Sachebene zurückkehrt, muss sie bei der nächsten Naturkatastrophe die Verantwortung übernehmen.

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