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Ums Gewerbegebiet Erding-West wird immer wieder hart gerungen. Die Politik ist es jetzt leid.

Kommentar zum Wochenende

Kommunalpolitik mit harter Hand

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Zweimal hart hingelangt hat diese Woche der Erdinger Stadtrat. Er gibt sich gegenüber Investoren kompromissloser. Eine gute Entscheidung, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Wochenendkommentar.  Beim Hundeverbot am Kronthaler Weiher  hätte sich das Gremium aber etwas offener zeigen dürfen.

Erding - Erding-West gibt hunderten Menschen Arbeit. Auch die dort erwirtschaftete Gewerbesteuer kann sich sehen lassen. Ansonsten hat das Gewerbegebiet der Stadtpolitik vor allem eins gebracht – Verdruss. Was haben die Investoren seit 2008 nicht alles versprochen? Was haben sie alles wenig später gebrochen? Erinnert sei nur an die hochtrabenden Pläne eines Möbelhauses. Kaum war ein Plan fertig gezeichnet, lagen die Änderungswünsche auf dem Tisch – ein paar Quadratmeter mehr hiervon, ein paar Quadratmeter weniger davon. Der Grundsatz, innenstadtrelevante Sortimente an der Peripherie nicht zuzulassen, wurde unzählige Male ignoriert. Zuletzt hat der Stadtrat hier keine gute Figur abgegeben. Von wegen kommunale Planungshoheit. Damit ist jetzt Schluss. Der Planungs- und Umweltausschuss hat am Donnerstag nach dem Prinzip „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ gehandelt. Sämtliche Änderungswünsche für das Areal zwischen Lidl, Expert und Feneberg wurden vom Tisch gefegt. Die Sortimente bleiben unverändert, die Verkaufsfläche darf nicht wie zuletzt 2011 ein weiteres Mal vergrößert werden. Auch das 150-Betten-Hotel, das aus dem Bebauungsplan gestrichen werden sollte, bleibt drin. Ob es jemals kommen wird, weiß heute noch niemand. Der Stadtrat hat richtig entschieden. Er hat darauf verwiesen, dass die Investoren beim Zugriff auf die Flächen wissen, was zulässig ist. Klar, Kundengewohnheiten ändern sich. Aber man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die ursprünglich beantragten Sortimente nur dazu dienen sollten, einen Freifahrtschein für die Nutzung der Verkaufsflächen zu lösen. Schon deswegen musste die Politik jetzt einmal unmissverständlich Nein sagen. Es ging auch um die Glaubwürdigkeit des Gremiums. Alle Parteien reden dem Schutz des innerstädtischen Handels das Wort. So manche Entscheidung in Erding-West bedeutete freilich genau das Gegenteil. *** Eine harte Hand hat der Stadtrat auch beim Hundeverbot am Kronthaler Weiher gezeigt. Jutta Harrer (SPD), die leider fast schon wie eine Hundehasserin argumentierte, fand mit ihrer Forderung, zumindest im Sommer alle Vierbeiner kategorisch nicht nur vom Erholungsgebiet, sondern auch vom Wasser fernzuhalten, durchwegs Zustimmung. Damit dürfte die Internet-Petition für einen Hundestrand hinfällig sein. So ganz verstehen kann man den Furor nicht. Erstens verhalten sich viele Halter vorbildlich. Zweitens ist nicht einzusehen, warum Tiere keine Möglichkeit haben sollen, sich abzukühlen. Drittens ist am Weiher genug Platz für alle. Und viertens sind derzeit nicht etwa Tiere das große Problem auf dem Freizeitgelände, sondern zweibeinige Saubären. Bemerkenswert ist, wie inständig OB Max Gotz die Stadträte bat, standfest zu bleiben. Denn ihm schwant: Der Aufschrei vieler Tierbesitzer wird gnadenlos ausfallen. Und: Hundehalter sind ein gar nicht so kleines Wählerpotenzial.

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