Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Ringschluss: Ein infrastruktureller Quantensprung

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Der Ausbau des Schienennetzes rund um den Flughafen ist nicht mehr zu stoppen. Allerdings führt das zu einem Wachstum des Münchner Speckgürtels. Mit gravierenden Folgen, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Man mag es kaum glauben: Der S-Bahn-Ringschluss ist im Bau. Der Flughafen ist als Erster seiner Verpflichtung nachgekommen, seine Schienenanbindung zu verbessern. Östlich des Airports werden die Grundlagen für den Tunnel und die ersten Gleismeter bis Schwaigerloh getroffen.

Dass das Projekt (endlich) nicht mehr aufzuhalten ist, zeigt die Neufahrner Kurve im Westen, auf der ab Dezember die ersten Regionalzüge die Terminals anfahren. Sie allein ist ein infrastruktureller Quantensprung. Denn mit der Fertigstellung kann man vom Flughafen im Stundentakt über Freising und Landshut bis Regensburg fahren.

Die nächste Weiche wird noch im ersten Halbjahr 2018 gestellt – der Abschluss des Genehmigungsprozesses für den Abschnitt zwischen dem Flughafen und der nördlichen Stadtgrenze von Erding. Und ebenfalls noch heuer soll das Planfeststellungsverfahren für das Stadtgebiet anlaufen. Weniger optimistisch sollte man sein, ob tatsächlich noch heuer dieses Instrument für die Walpertskirchener Spange nach Südostbayern angewendet wird.

Für das Erdinger Land ist dieser Bestandteil des Bahnknotens München überfällig. Doch gerade hier sollte jedem klar sein: Diese Schienen werden Kreise ziehen. Der Münchner Speckgürtel wird beträchtlich wachsen – mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie explodierenden Immobilien- und Mietpreisen oder dem Druck auf die soziale Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen und Sportstätten.

Denn der südostbayerische Raum, vor allem die Kreise Mühldorf und Altötting, scharrt schon mit den Hufen. In der Initiative Airport Bahn hat der Mühldorfer Landrat Georg Huber diese Woche angekündigt, dem aus allen Nähten platzendem München mit Bauland zu helfen, sofern die dafür erforderlichen Straßen und Zugverbindungen gebaut werden.

Hinzu kommt: Im Herbst nächsten Jahres wird die Isentalautobahn fertig. Entlang dieser Trasse wird zwar ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung stattfinden, wiederum um den Preis massiven Zuzugs und steigender Lebenshaltungskosten.

Diese Entwicklung wird gerne als Argument gegen die dritte Startbahn verwendet. Sie wäre aber nur ein Faktor.

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