Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Zwist zwischen CSU und Narrhalla

Es gibt nix Ernsteres als den Fasching

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Die CSU setzt die Narrhalla-Schauspieler vor die Tür, weil sie sich vom Sketch beleidigt fühlt. Eine grundsätzlich falsche und entlarvende Entscheidung, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar.

Das Schlimmste für einen Politiker ist es, bei einer Faschingsrede, einem Sketch oder einem Derblecken gar nicht erwähnt zu werden. Selbst wenn es einen richtig bös’ erwischt: Lächeln, klatschen, loben – das ist der Dreiklang wahrhaft großer Persönlichkeiten.

Die CSU in den Personen von Ball-Organisator Thomas Bauer und CSU-Kreisvorsitzendem Martin Bayerstorfer – beide hoch gewachsen – zeigt: Innere Größe kann man nicht immer in Zentimetern messen. Der Narrhalla-Sketch war frech. Böse oder gar unter der Gürtellinie war er nicht. Dennoch fühlt sich die Staatspartei offensichtlich vom Kulturpreisträger 2013 derart auf den Schlips getreten, dass sie die Narrhalla-Schauspieler vom CSU-Ball kurzfristig wieder ausgeladen hat.

Dieser Schritt ist an Peinlichkeit und Kleinmut nicht zu überbieten. Die Narrhalla hat sich über die CSU lustig gemacht, die CSU macht sich lächerlich. Diese Spaßbefreitheit zeigt: Es gibt nichts Ernsteres als den Fasching.

Zum Auftakt eines für die CSU entscheidenden Wahljahres tritt die einst mächtige Partei in einer fast schon beschämenden Unsouveränität auf.

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