Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zur Satzungsänderung für das Klinikum

Der Landrat hat sich das Krankenhaus unter den Nagel gerissen

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Der Kreistag hat die Satzung für das Klinikum Erding geändert - zugunsten deutlich mehr Macht für den Landrat. Eine gefährliche Entscheidung, meint Redaktionsleiter Hans Moritz.

Wir wissen nicht, wie Sándor Mohácsi Weihnachten verbracht hat. Nicht unwahrscheinlich ist, dass er in den dicken Zeitungen über die Feiertage Stellenanzeigen gelesen hat. Denn was dem Vorstand des Klinikums kurz vor dem Fest widerfahren ist, kann er unmöglich auf sich sitzen lassen. Auch wenn er selbst (noch) das Gegenteil behauptet: Die Kreistagsmehrheit und vor allem Landrat Martin Bayerstorfer haben ihn kaltgestellt

Es war ein Dolchstoß. Denn welches Gewicht hat Mohácsis Wort noch, wenn jeder weiß, dass am Ende der Landrat alles wieder kassieren kann? Der Vorstand hat de facto nichts mehr zu sagen – weder beim Wirtschaftsplan, noch beim Personal, noch bei der grundsätzlichen Ausrichtung des Hauses. Welchen Sinn ergibt sein Posten noch?

Bayerstorfer hat gehandelt wie immer. Sein Antrieb ist, immer mehr Macht auf sich zu vereinen – Integrierte Leitstelle, Rettungszweckverband, Asylsozialberatung, Kommunalpass. Bei der Hartz-IV-Behörde Aruso hat er es probiert, ist aber gescheitert.

Wie es nun am Klinikum weitergeht? Sicher ist, die Skepsis bei Bürgern und Ärzten wird weiter steigen, sie werden sich zweimal überlegen, dieses Haus aufzusuchen. Steigen wird auch der Frust beim Personal, das kein Spielball der Politik sein will.

Bayerstorfer muss auch klar sein: Jeder Euro Defizit geht ab sofort auf sein Konto.

Am Klinikum mag Handlungsbedarf bestanden haben. Doch dass sich maßgeblich die CSU das Haus komplett unter den Nagel gerissen hat, ist die falsche Medizin in viel zu hoher Dosis. Die Partei und Bayerstorfer haben hinsichtlich Sensibilität aus dem Fall Frauenhaus offensichtlich nichts gelernt.

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