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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeigers.

So kann es (wieder) eine runde Sache werden

Kommentar zur Schuldnerberatung: Wie ein reinigendes Gewitter

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Um die Schuldner- und Insolvenzberatung ist monatelang gerungen worden. Dass die Caritas mit ihrer Erfahrung (wieder) mit im Boot sitzt, ist gut. Denn ein Loch bleibt bei der neuen gesetzlichen Regelung, meint Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Gewitter verbreiten Schrecken, doch danach scheint die Sonne umso heller. Die Natur hat tief Luft geholt. So ähnlich ist es auch bei der Insolvenz- und Schuldnerberatung im Landkreis Erding. Ein neues Gesetz verpflichtet die Landkreise seit einem Jahr, beides anzubieten.

Doch die Caritas mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung auf diesem Gebiet war nicht nur deswegen aus dem Rennen, sondern auch, weil eine Kooperation auf Augenhöhe mit dem Landratsamt nicht zustande kommen wollte. Es wurde heftig gerungen. Ein Grund, man glaubt es kaum, waren zwei unterschiedliche Computerprogramme…

Nun gibt es doch eine Zusammenarbeit. Die Caritas deckt die Prävention ab, die Behörde die eigentliche Beratung. „Nix Schlechtes, was nicht auch sein Gutes hat“, sagt man in Bayern. Denn die Neuregelung bedeutet nicht nur ein breiteres Angebot, sondern auch mehr Personal für die steigenden Fallzahlen.

Und doch ist etwas verloren gegangen: Schon vorher konnten sich hoch Verschuldete entweder ans Landratsamt oder an die Caritas wenden. Viele wählten den katholischen Sozialverband, um nicht gleich eine Behörde aufsuchen zu müssen. Die Hemmschwelle ist höher. Das geht jetzt nicht mehr.

Deshalb muss die Caritas die Freiheit haben, zunächst einmal mit Betroffenen reden zu dürfen, ehe es in die Kreisverwaltung geht. Diese hat den Vorteil, dass sie mehr Experten hinzuziehen kann, um zu helfen, etwa das Jugendamt. In der Regel leiden verschuldete Menschen unter einem ganzen Bündel an Problemen. So kann es eine runde Sache werden.

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