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An Bankautomaten erhalten Asylbewerber nun mit dem Kommunalpass Bargeld.

Kommunalpass

Asylbewerber können jetzt Bargeld am Automaten abheben

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Erding - Die Asylbewerber im Landkreis Erding können nun 43 Prozent ihrer Bezüge bei Banken in bar abheben. Die Gebühren werden günstiger als bisher bekannt war.

Im Juli geht’s los: Die über 1400 Asylbewerber im Landkreis Erding können nun mit ihrem Kommunalpass Bargeld an Bankautomaten abheben. Das kündigt das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung an. Nach Darstellung der Behörde muss die Funktion nur freigeschaltet werden. Laut Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer wird das an so gut wie allen Bankautomaten funktionieren. Für Empörung hatte bisher die Information gesorgt, dass pro Abhebung 4,50 Euro Gebühr anfallen sollen. Das wird laut Landratsamt nun günstiger: etwa 2,70 Euro je Vorgang.

Die Sparkasse Erding-Dorfen sowie die VR-Banken Erding, Taufkirchen-Dorfen und Isen-Sempt würden keine eigenen Gebühren für Abhebungen erheben, teilt das Landratsamt in einer Presseerklärung mit. So blieben nur die Kosten für den Zahlungsverkehr im Maestro-System: 2,70 Euro. Diese Funktion werde ab Mitte nächster Woche nach erfolgter technischer Anpassung für die Leistungsbezieher zur Verfügung stehen, so das Landratsamt.

Die Asylbewerber können damit pro Monat über 43 Prozent ihrer Bezüge in bar verfügen – sozusagen ein echtes „Taschengeld“. Bei einem erwachsenen Leistungsbezieher werde das 135 Euro pro Monat ausmachen, so das Landratsamt.

Einer der letzten rechtlichen Schritte vor der Freischaltung war für die Kreisbehörde die Verteilung der geänderten AGBs des Kommunalpasses. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen seien den Leistungsbeziehern teilweise direkt zugestellt worden, teilweise hätten sie die Dokumente im Beisein der Asylbetreuer einsehen können, berichtet Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer.

Dem waren zwei Monate mit teils heftigen Auseinandersetzungen über das Bezahlsystem vorausgegangen. Hauptkritikpunkt war, dass die Asylbewerber über kein Bargeld verfügen können. Gerade für Flüchtlinge in ländlichen Gemeinde und für diejenigen, die bereits gebührenpflichtige Konten eröffnet haben, ist das ein Problem.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hatte als Argument für das geschlossene Kommunalpass-System stets die Verhinderung von „Missbrauch“ angeführt, also Überweisungen in die Heimatländer. Das war eines der Themen, die er am Mittwochabend bei einem Treffen mit rund 30 ehrenamtlichen Asylhelfern in Walpertskirchen diskutierte. Der offizielle Teil dauerte fast vier Stunden. Bei allen Gegensätzen berichten Teilnehmer von einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre.

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