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Horst Schmidt rückt ins zweite Glied.

Stadträte Scheib und Schmidmayer treten 2020 nicht mehr an

Stühlerücken in der SPD

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Die Erdinger SPD rüstet sich für die Kommunalwahlen im März 2020 und kündigt einige Veränderungen an: neue und jüngere Gesichter auf der Kandidatenliste und einen neuen Ortsvorstand. Zwei bewährte SPD-Stadträte stellen sich nicht mehr zur Wahl.

Erding– SPD-Urgestein Willi Scheib (75) und Hans Schmidmayer (60), amtierender Dritter Bürgermeister, werden sich im März 2020 bei der Kommunalwahl nicht mehr für ein Stadtratsmandat bewerben. Dies kündigte Fraktionsvorsitzender Horst Schmidt am Dienstag im Sommergespräch seiner Partei im Blumenhof an. Schmidmayer gehört dem Gremium seit 2008 an, Scheib von 2002 bis 2008 und seit 2014 wieder.

„Wir werden eine gute Kandidatenliste präsentieren“, sagte Schmidt. Die neuen Bewerber werden wohl jünger sein als die bisherigen fünf Stadträte der SPD. Schmidt selbst (68) und Seniorenreferentin Jutta Harrer (64) stellen sich erneut zur Wahl, allerdings „gehen wir auf hintere Listenplätze“, kündigte er an. Die fünfte SPD-Stadträtin im Kreis der insgesamt 40 Stadträte ist Tülin Güvenc-Mecilioglu (59), die im Frühjahr erst für Hubert Niestroy nachgerückt war, der aus Erding weggezogen ist.

Schmidt ist gerade auf Werbetour für potenzielle Kandidaten und freute sich, am Dienstag gleich ein Neumitglied begrüßen zu können. Schmidt ist aber auch Realist: „Wenn ich mir die Lage der SPD im Bund anschaue, dann bin ich froh, dass sich Kandidaten zur Verfügung stellen.“

Am 23. September wählt der Ortsverein einen neuen Vorsitzenden, denn Karl-Heinz Gallinn, seit vier Jahren im Amt, zieht laut Schmidt aus Erding weg. Im Oktober werde die Kreis-SPD die Kreistagsliste aufstellen, dann folge die Stadtratsliste. Ob die Genossen in Erding auch einen OB-Kandidaten stellen werden, entscheide sich in den nächsten Wochen, so Schmidt.

Deutlicher war der 68-Jährige in seiner Kritik an der Wählergruppe Erding Jetzt, die aktuell vier Stadträte stellt. Schmidt empört sich über eine Aussage auf deren Facebook-Seite, die dort seit Ende Mai zu lesen ist: „Wir sind die einzig wirklich Unabhängigen und Unbestechlichen. Frei & Verwurzelt“, heißt es dort.

„Das ist eine Riesensauerei“, sagte Schmidt am Dienstag dazu. Schließlich unterstelle die Aussage, dass die anderen Stadtratsfraktionen bestechlich seien. „Ich bin von den Erding-Jetzt-Kollegen Gruber, Balbach und Seeholzer enttäuscht, von Egger habe ich nichts anderes erwartet“, erklärte Schmidt und verlangte im Namen der SPD eine öffentliche Entschuldigung. Schließlich gehe man so nicht miteinander um.

Ein weiteres Ärgernis für die SPD ist das Mayr-Wirt-Areal. Jutta Harrer versteht „den Ärger in Teilen der Bevölkerung über den langen Leerstand. Für uns ist nicht ersichtlich, wie was geplant ist. Ein Sachstandsbericht wäre mal wieder wünschenswert“, sagte sie. Schmidt erklärte, es gebe Verhandlungen mit einem Investor, und es würden Machbarkeitsstudien erstellt. „Auf die warten wir jetzt.“ Das kann dauern, denn „heuer ist wohl nichts mehr zu erwarten“, erklärte Schmidt. Er geht davon aus, dass das Thema in der nächsten Legislaturperiode – also zwischen 2020 und 2026 – „abgearbeitet wird“.

Aktuell sei die Stadtverwaltung vom Arbeitsvolumen ohnehin an der Oberkante, erinnerte der SPD-Fraktionschef angesichts der Goßbaustellen wie Rathaus-Erweiterung an der Landshuter Straße, Dreifachturnhalle in den Geislinger Ängern und Generalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz.

„Mich ärgert, dass der Schöne Turm leer steht“, sagte Schmidt. Die über Jahrzehnte als Restaurant verpachteten verwinkelten Räumlichkeiten gehören wie der Mayr-Wirt der Stadt Erding und sind seit Februar 2017 verwaist. Schmidt könnte sich auch hier einen Ideenwettbewerb zur weiteren Nutzung vorstellen.

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