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Spannende, zeitgenössische Werke waren beim gut besuchten Komponistenkonzert an der KMS zu hören, darunter einige Uraufführungen von (hinten, v. l.) Hannah Auf dem Hövel, Martina Eisenreich, Floris Poppe, Dieter Knirsch, Michael Außerbauer, Manfred Muster, Andrea Traber, Heribert Haider und Vadim Palii sowie (v.l. vorne) Paul Brüllmann, Jakob Altmann, Ute Kaiser, Jana Müller und Quirin Vogel. 

Komponisten an der Kreismusikschule 

Rhythmisch, bluesig, innig und eigenwillig

Inspirierende Musikbegegnung: Vor gut 20 Jahren rief der Pianist, Tonkünstler und Klavierlehrer Dieter Knirsch die Reihe „Komponisten an der Kreismusikschule“ ins Leben und etablierte damit ein Podium für junge Leute und erfahrene Berufsmusiker. Im gut besuchten Konzertsaal der KMS hörte man jetzt eigene Werke auf beachtlichem Niveau, die in ganz unterschiedlichen Genres beheimatet sind.

Erding – Zu Beginn spielte die 17-jährige Klavierschülerin Jana Müller ihr poetisches, fließendes „Love Of Live“, das innere Bilder entstehen ließ.

Paul Brüllmann (11) entführte mit seiner Improvisation in „Die Wunderwelt“ der schwarzen und weißen Tasten. Man hörte rhythmisch markante Klänge mit bluesiger Tönung und gut gesetzten Dissonanzen. Im Geist der Wiener Klassik erklang der erste Satz aus Jakob Altmanns anspruchsvoller 3. Violinsonate, die der Zwölfjährige auf der Geige vorstellte. Manfred Muster gab sein inniges Stück „Nina“, das er seiner Tochter gewidmet hat, in Knirschs Pianistenhände.

Am weitesten mit seinen Eltern angereist war der jüngste Interpret des Abends: Der zehnjährige Floris Poppe aus Hamburg ließ auf der Violine mit Knirsch eine musikalische Geschichte von Martina Eisenreich spielfreudig lebendig werden, die von beiden Spielern Technik und schnelle Reaktion forderte. Die Komponistin hatte „Amstelveldvlucht“, das 2017 auf einem bekannten Amsterdamer Klassikfestival uraufgeführt worden war, extra für Floris und seine Klavierpartnerin geschrieben. Da flatterte ein kleiner Vogel aus der Feder Eisenreichs übermütig durch den Raum.

Pop-Sängerin Ute Kaiser beschenkte das Publikum mit ihrem Song „Wonder“, begleitet von Knirsch am Flügel – ein Lied, das mit seiner lebensfrohen Leuchtkraft verzauberte.

Andrea Traber ist Pianistin, Geigerin, Musiklehrerin und Chorleiterin. Beim Komponistenkonzert lernte man sie als couragierte und eigenwillige Liedermacherin kennen. Ein Stück, in dem sie ein Gedicht von Konstantin Wecker weiter getextet und vertont hatte, stellte sie mit Gesangspartner Heribert Haider vor.

Hannah Auf dem Hövel (21) ist kunstübergreifend tätig. Derzeit vollendet sie an einer Holzbildhauerschule ihre Abschlussarbeit. Gleichzeitig ist sie eine temperamentvolle Musikerin. In einer gemeinsamen Improvisation an zwei Klavieren führte sie mit Dieter Knirsch einen spannenden Musikdialog.

Der 18-jährige Quirin Vogel begeisterte das Publikum ebenfalls mit seiner bewegten pianistischen Musik aus dem Augenblick. Auch Klavierlehrer Vadim Palii überzeugte mit einer Uraufführung. In seiner Improvisation verbanden sich romantisch-impressionistische und jazzige Elemente zu einem abgerundeten Ganzen.

Energetisch aufgeladen, virtuos, klangvoll und vielschichtig war das Schlussstück. Michael Außerbauer und Dieter Knirsch improvisierten über „End of December“, eine Komposition des Landauer Saxofonisten Außerbauer. Es entstand ein melancholischer, meisterhafter Musiktanz am Rande des Abgrunds. Durchs Programm führte Vroni Vogel. Großer Schlussapplaus belohnte alle Akteure.  red

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