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400 Hektar großer Zankapfel: der Fliegerhorst Erding, dessen Aufgabe bis 2021 geplant ist. 

Konversion des Militärflugplatzes

Fliegerhorst: Die Suche nach Altlasten läuft

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Treibstoff, Schmiermittel oder vielleicht sogar Blindgänger – im Boden des Fliegerhorstes könnte manches lauern. Doch das größte Problem bei der bis 2021 geplanten Konversion ist der Preispoker mit dem Bund.

Erding– Der Fliegerhorst Erding ist bereits seit 72 Jahren ein Militärflugplatz. Welche Schadstoffe Deutsche Wehrmacht, US Army oder Bundeswehr dort hinterlassen haben, ist nun eine hochaktuelle Frage. Bis 2021 soll der Standort aufgegeben werden und auf dem 400 Hektar großen Areal Wohn- und Gewerbeflächen, ein Landschaftsschutzgebiet und der neue S-Bahnhof entstehen. Die Bundeswehr habe mit der Altlastenuntersuchung bereits begonnen, berichtete SPD-Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer bei einem Informationsabend am Freitag.

Im schlechtesten Fall müsse punktuell tief gegraben und ein Bodenaustausch durchgeführt, sagte Schurer vor knapp 20 Zuhörern im Gasthaus Mayr-Wirt. „An anderen Standorten in Deutschland haben solche Untersuchungen und Sanierungen fünf bis neun Jahre gedauert“, berichtete der MdB.

Es gebe Luftbilder aus den 1980er Jahren, ergänzte OB Max Gotz (CSU), der ebenso wie Fliegerhorst-Kommandeur Stefan Schmid-Schickhardt der Einladung Schurers gefolgt war. „Diese Bilder müssen rausgerückt werden“, forderte Gotz. Wenn die Bundeswehr auf etwas gestoßen sei, habe sie bereits Bereiche saniert, sagte Oberst Schmid-Schickhardt: „Es ist nicht so, dass alles verseucht wäre.“

Das Kostenrisiko möglicher Schadstoffbelastungen dürfe auf keinen Fall bei der Kreisstadt liegen, forderte Gotz. Entsprechende Vorschläge der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) werde er ablehnen. „Mir geht es darum, dass wir kommenden Generationen nicht diesen Dreck im Boden hinterlassen dürfen“, erklärte er.

„Bisher ist es die offizielle Version, dass der Bereich bis 2021 aufgegeben wird. Mein Tipp: Das dauert ein bis zwei Jahre länger“, erklärte Schurer. „Die allerhärteste Nuss“ seien dabei die Verhandlungen mit der BImA“ über den Kaufpreis, den die Stadt an den Bund zu entrichten hat.

„Die Verhandlungsgrundlage der BImA werde ich nicht akzeptieren“, erklärte Gotz. Die Anstalt verlange von der Stadt ein Nutzungskonzept. Erst danach wolle die BImA ein Verkehrswertgutachten für das Areal erstellen. Bei den Erdinger Grundstückspreisen werde die Summe dann jeden vertretbaren Rahmen sprengen, schilderte der OB seine Befürchtung für den 365 Hektar großen Teil auf Erdinger Flur.

Vergleichbare Verkäufe seien bisher anders gehandhabt worden, berichtete Gotz. Es müsse ein deutlich niedrigerer „Preis X“ auf den Tisch, über den dann verhandelt wird. Alles andere werde er nicht akzeptieren, kündigte er an: „Dafür ziehe ich den Kampfanzug an.“ Er kenne Fälle in anderen Kommunen, wo es um einen einstelligen Millionenbetrag gegangen sei.

Gotz wie auch Parteigenossen von Schurer baten den MdB an diesem Abend, Erding in dieser Angelegenheit zu unterstützen. Als Mitglied des Haushaltsausschusses treffe er regelmäßig BImA-Mitarbeiter, erklärte der Abgeordnete.

Den geplanten Ablauf der Konversion schilderte Schmid-Schickhardt. Der Hauptteil zieht nach Manching, nur das Wehrwissenschaftliche Institut Wiweb bleibt in Erding. Bis 2021 solle die Ausbildungswerkstätte umziehen können. Die Lehrlinge könnten auf jeden Fall ihre Ausbildung beenden. Der Umzug des Materialdepots werde Ende 2018 stattfinden. „Und auch mein Stab geht nächstes Jahr nach Manching“, berichtete der Oberst. Dafür seien Räume bei Airbus angemietet worden.

„Ich gehe davon aus, dass für alle Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen gefunden werden“, sagte der Kommandeur. Die Entscheidung von 2011 werde nach und nach umgesetzt, „mit dem Nachteil, dass bereits einzelne Dienstposten nicht besetzt sind“.

„Was passiert mit den 18 Flugzeug-Sheltern?“, fragte SPD-Stadtrat Willi Scheib. „Diese Shelter-Gebäude sind das Denkmal, dass dort ein Fliegerhorst war“, antwortete Gotz zu den bombensicheren Flugzeughallen. Etwa in Leipheim seien solche Gebäude in einen Gewerbepark integriert worden. So etwas könne er sich auch für Erding sehr gut vorstellen.

Kritisch äußerte sich Gotz auch über den Warteraum Asyl im Fliegerhorst. „Wenn sich das verfestigt, dann kann das ein Riesenproblem für eine Entwicklung sein“, sagte er. „Man könnte schon mal diese Brücke wegreißen.“

von Timo Aichele

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