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Der Kreislauf des Werdens und Vergehens

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Das kurzweilige und klug konzipierte Konzert unter der Gesamtleitung von Franz Maier (r.) mit der Singgemeinschaft Altenerding, einem Instrumentalensemble und Sopranistin Ira Maria Scholz sorgte für ein volles Gotteshaus.
Das kurzweilige und klug konzipierte Konzert unter der Gesamtleitung von Franz Maier (r.) mit der Chorgemeinschaft Altenerding, einem Instrumentalensemble und Sopranistin Ira Maria Scholz sorgte für ein volles Gotteshaus. © VronI Vogel

Unter dem Motto „The last rose of summer“ widmete sich ein besonderes Konzert mit Texten und Musik dem Thema Werden und Vergehen. Die Kirche in Altenerding war voll besetzt.

Altenerding – „The last rose of summer“, des Sommers letzte Rose: Unter diesem Titel stand das Konzert mit der Chorgemeinschaft Altenerding, Sopranistin Ira Maria Scholz und einem Instrumentalensemble unter der Gesamtleitung von Franz Maier in der voll besetzten Kirche Mariä Verkündigung Altenerding. In Wort und Musik wurde das Thema Vergänglichkeit unter verschiedenen Aspekten betrachtet.

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Im Instrumentalensemble musizierten Klaudia Ligas (Oboe), Vadym Palii (Klavier), Alexander Scholz und Alexandra Wagner (beide Violine) sowie Yuka Grüner (Viola) und Helmut Veihelmann (Cello). Dirigent Maier führte mit nachdenkenswerten eigenen Texten und gut ausgesuchten Gedichten durch das Konzert und hatte auch einige Musikbeiträge passgerecht arrangiert.

Des Sommers letzte Rose ließ die Chorgemeinschaft Altenerding ganz zu Beginn im gleichnamigen irischen Volkslied erblühen. „Ich staune immer wieder in unserem kleinen Garten über eine Rose, die lange in den Herbst hinein noch eine Blüte hält. Oft noch, wenn schon der erste Raureif sich auf ihre Blätter legt“, sagte Maier und verwies mit dem Gedicht „Sommerbild“ von Friedrich Hebbel auf den Kreislauf des Werdens und Vergehens: „Dass alles so vergänglich, so veränderlich ist, es ist ein Schmerz, den jeder in sich trägt.“

Mit diesen Worten leitete Maier auf das Lied „Bist du bei mir“ von Johann Sebastian Bach über, innig interpretiert von Sopranistin Ira Maria Scholz und dem Ensemble. „Bist du bei mir, geh’ ich mit Freuden, zum Sterben und zu meiner Ruh’“ – das Bewusstsein über die eigene Endlichkeit und ein die Todesangst überwindender Trost wurden auf schlichte und ergreifende Weise musikalisch gefasst.

Ein Trost, der auch in Felix Mendelssohn-Bartholdys Chorlied „Wer bis an das Ende beharrt“ aus dem Oratorium „Elias“ erstrahlte. „Das Leben ist ein Traum“, sang Ira Maria Scholz. „Das Leben ist wie eine Welle. Oder wie ein Traum. Ganz zart, ganz behutsam, flüchtig hat Joseph Haydn diese Wahrheit vertont. Als wollte er uns sagen: gerade weil das Leben vergeht wie ein kurzer Traum, lebe es, genieße es, sei dankbar und nimm, was dir das Leben geben möchte“, erläuterte Maier dazu.

Der Chor stimmte Mozarts „Ave verum“ an – berückend und traurig zugleich. Schön in seiner kammermusikalischen Feinheit: „A Chloris“ für Oboe und Instrumentalensemble. Anrührend ließ Ira Maria Scholz „Solvejgs Lied“ erklingen. Das Konzert ging mit dem alten Hymnus „Lux beata trinitas“ ins Finale. Licht erhellte die Dunkelheit. Das Publikum erklatschte zudem eine tröstliche Zugabe: „You‘ll Never Walk Alone“. Und auch der hintersinnige Text von Konstantin Wecker, den Maier der Zuhörerschaft an die Hand gab, rückte nach Reflexionen zur Vergänglichkeit vitale Lebenslust in den Mittelpunkt: „Erleuchtung ist mir noch so fern: Ich lebe einfach schrecklich gern!“

Vroni Vogel

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