+
Käruter für Gründonnerstag: Diätassistentin Mary Hötscher (r.) und Gärtnerin Beate Aust (l.).

Kräutlsuppe 

Traditioneller Vitaminstoß zu Gründonnerstag 

Vor allem ältere Menschen kennen die Gründonnerstags- oder Kräutlsuppe, bei deren Zubereitung möglichst viele verschiedene Kräuter verwendet werden sollen. 

Landkreis – Man isst am Gründonnerstag grüne Speisen. Vor allem ältere Menschen kennen die Gründonnerstags- oder Kräutlsuppe. Nach alter Überlieferung schenken grünes Gemüse und Kräuter Gesundheit und Kraft fürs ganze Jahr. Diätassistentin Mary Hötscher (59) wird das Gericht heuer wieder im Heiliggeist-Stift zubereiten. Kräuterkunde ist Hötschers großes Hobby. Sie sammelt Wildkräuter.

Eine Auswahl an Gewürzkräutern findet sie in der Walperstkirchener Gärtnerei, die seit 27 Jahren von Beate Aust (52) betrieben wird. „Man kann vieles von der Wiese für Gerichte und für Heilzwecke verwenden“, erzählt Hötscher. In die Kräutlsuppe kommen frische Frühjahrskräuter als „Vitaminstoß“ nach der kalten Jahreszeit, vor allem Kerbel, der in Bayern auch Kräutl genannt wird.

Früher spielte bei der Zubereitung die mystische Zahl Neun eine wichtige Rolle. Entsprechend viele verschiedenen Kräuter sollten bei der Zubereitung verwendet werden. Ob Vogelmiere und Giersch als Vitamin-C-Bomben, Brennessel und Löwenzahn als Wohltat für Blase und Nieren, Schafgarbe und Sauerampfer – auf der Wiese wachsen gesundheitsfördernde Wildkräuter. Petersilie, Bärlauch und Schnittlauch können ebenfalls in die Suppe hinein. Den feinblättrigen Kerbel kann man zu dieser frühen Jahreszeit noch nicht im Topf kaufen, aber durchaus als Bund auf vorösterlichen Wochenmärkten.

Was dem Tag in der Karwoche seinen Namen gab, dazu finden sich mehrere Theorien: eine Herleitung von den mittelhochdeutschen Wörtern „gronan“ oder „grînan“ (weinen, wehklagen) oder die wörtliche Übersetzung des lateinischen „dies viridium“ als „Tag der Grünen“ mit Verweis auf den Sündenerlass, der die Büßer wieder zu lebendigem, grünem Holz werden lässt. Auch die liturgische Farbe Grün als Zeichen der Hoffnung könnte Pate gestanden haben, wenngleich inzwischen Weiß die liturgische Farbe für den Gründonnerstag ist. Nach biblischer Überlieferung feierte Jesus am Vorabend seiner Verhaftung mit den zwölf Aposteln das letzte Abendmahl. Vroni Vogel

Rezept:

Zutaten:30 Gramm Fett, 40 bis 50 Gramm Mehl, etwas gehackte Zwiebel, eineinhalb Liter Flüssigkeit, Salz, eine Handvoll Kräutl, beispielsweise Kerbel, nach Belieben etwas Sauerampfer, zur Geschmacksabrundung etwas Rahm oder Eigelb und als Beilage geröstete Semmelbröckerl.

Zubereitung:Aus Fett, Mehl und Zwiebel eine helle Einbrenne herstellen, auffüllen, salzen, 10 bis 15 Minuten kochen, die verlesenen, gewaschenen, fein zerkleinerten Kräuter hinzugeben, einmal aufkochen, nach Bedarf passieren und abschmecken. Nach Zugabe von Rahm oder Milch nicht mehr kochen lassen.

Es gibt noch viele andere Varianten dieses Traditionsgerichts.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eine Chronik über Wifling und seine Leute
Der kleine Wörther Gemeindeteil Wifling hat eine eigene Homepage. Darauf findet sich nicht nur allerlei Historisches, sondern auch aktuelle Termine – rund ums laufende …
Eine Chronik über Wifling und seine Leute
Neblich und Drehsen ziehen sich aus Vorstand zurück
Auf eigenen Wunsch wurde der Vorstand des Kinderschutzbundes Wartenberg verabschiedet. 
Neblich und Drehsen ziehen sich aus Vorstand zurück
Wenn das Nudelholz zur Waffe wird
Eine Äthiopierin (26) greift Asylhelferin und Somalier an. Dafür gibt es sieben Monate Haft auf Bewährung.
Wenn das Nudelholz zur Waffe wird
Flächenfraß im Landkreis
Flächenfraß im Landkreis

Kommentare