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Kraft- und Trostspender in schwerer Zeit

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Von: Gabi Zierz

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Mit Empathie und Kompetenz betreut das KIT Menschen, die nach einem traumatischen Ereignis unter starken seelischen Belastungen leiden.
Mit Empathie und Kompetenz betreut das KIT Menschen, die nach einem traumatischen Ereignis unter starken seelischen Belastungen leiden. © KIT

Erding – Sie sind zur Stelle, wenn Menschen ein traumatisches Ereignis verkraften müssen: die ehrenamtlichen Fachkräfte des Kriseninterventionsteams beim BRK Erding.

150 Mal im Jahr rückt der Fachdienst Psychosoziale Notfallversorgung aus. Im April 1997 wurde das KIT Erding-Freising als Verein gegründet. Seit 2016 gehört es zum BRK-Kreisverband Erding. Die Fachkräfte werden Tag und Nacht gerufen, um Menschen beizustehen, die gerade den psychischen Ausnahmezustand erleben. Das sind Angehörige, Freunde oder Nachbarn von plötzlich Verstorbenen, Augenzeugen und auch Einsatzkräfte des Rettungsdienstes.

Das KIT überbringt auch Todesnachrichten zusammen mit der Polizei und ist für die Angehörigen da. Die Ehrenamtlichen stehen den Betroffenen bei. Die Gründe, warum jemand plötzlich verstirbt, sind vielfältig und jedesmal schrecklich: Verkehrs- oder Arbeitsunfall, Erkrankung (plötzlicher Herzstillstand), Suizid, plötzlicher Kindstod.

„Die KIT-Einsatzkräfte sind sehr gut geschult, auch um ihre eigene Psyche zu schützen“, betont BRK-Sprecherin Danuta Pfanzelt. Trotzdem gebe es Einsätze, die ihnen besonders nahegehen: „Wenn zum Beispiel eine junge Mutter mit kleinen Kindern zurückbleibt, geht es den KITlern an die Nieren.“

Das KIT wird vom Rettungsdienst, Notarzt oder der Polizei über die Integrierte Leitstelle alarmiert. Es stabilisiert für die erste Zeit die Betroffenen und bringt sie wieder dazu, agieren zu können. Es gebe auch Einsätze, da werden Augenzeugen und Verursacher schwerer Unfälle und die Angehörigen des Unfallopfers, das knapp überlebt hat, betreut, weiß Pfanzelt.

Im vergangenen Jahr ist das KIT auch Menschen zur Seite gestanden, die ihr Hab und Gut verloren haben. Die Rede ist von der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und vom Hochwasser in Oberdorfen. Und an Weihnachten stärkten die Ehrenamtlichen Südafrika-Heimkehrer, die am Flughafen in Quarantäne mussten.

Auch Einsatzkräfte brauchen gelegentlich Hilfe. Speziell dafür ausgebildete KIT-Fachkräfte stehen ihnen nach belastenden Einsätzen bei, um das Erlebte – beispielsweise die erfolglose Reanimation eines Babys – verarbeiten zu können.

„Das KIT kommt immer unmittelbar nach einem belastenden Ereignis zum Einsatz“, erklärt Pfanzelt. Die Einsätze sind kostenfrei. Für weiterführende Hilfen sind andere Einrichtungen zuständig. Kosten entstehen dem BRK hauptsächlich durch die fundierte Ausbildung der Ehrenamtlichen, Fortbildungen, die Beschaffung von Einsatzbekleidung und den Unterhalt des Einsatzfahrzeuges.

Licht in die Herzen: Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt die Arbeit des KIT im Landkreis Erding. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN:DE54 7005 1995 0000 0171 11. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger.

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