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Wohnen im Erdinger Land ist teuer. Unser Bild zeigt den Thermengarten in Altenerding mit dem Klinikum im Hintergrund. Senioren, Behinderte und Geringverdiener sind oft auf Untersützung angewiesen. Zum neuen Jahr steigen die Obergrenzen. 

Kreisausschuss setzt höhere Obergrenzen bei Mietförderung 

Mehr Geld fürs Wohnen

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Erding – In der Stadt Erding sind die Mieten seit 2015 um bis zu 30 Prozent gestiegen. Auch im Umland wird Wohnen immer teurer.

Senioren, Kranke, Menschen mit Behinderung und vor allem Hartz-IV-Bezieher können sich ihre Unterkünfte immer öfter nicht mehr leisten. Deswegen hat der Kreisausschuss nun die Obergrenzen bei der Mietförderung oder gar vollständigen Übernahme heraufgesetzt. Die neue Regelung tritt zum 1. Januar 2019 in Kraft.

Wer sich seine Miete nicht (mehr) leisten kann und auf öffentliche Unterstützung angewiesen ist, muss per Gesetz in eine preisgünstigere Unterkunft umziehen. Doch im Landkreis gibt es so gut wie keine billigen Wohnungen. Deswegen muss die öffentliche Hand einspringen, bei den Hartz-IV-Beziehern der Landkreis, bei Menschen mit Behinderung, Senioren und Personen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, der Bund. Zudem gibt es staatliche Wohnraumförderung. Hilfe wird auch Beschäftigten gewährt, deren Einkünfte nicht reichen, um ihre Miete zu zahlen.

Zuletzt waren die Obergrenzen im April 2015 angepasst worden. Die Sozialbehörde im Landratsamt und das Jobcenter Aruso beobachten die Preisentwicklung genau. Jetzt haben deren Vertreterinnen Christine Kaltenbach und Monja Rohwer eine neue Preistabelle vorgelegt, die der Kreisausschuss beschloss – trotz zu erwartender Mehrkosten von rund 240 000 Euro pro Jahr.

Der Landkreis ist in vier Kategorien aufgeteilt. Am teuersten ist das Wohnen in der Region 1 unter anderem mit Erding, Oberding, Finsing und Moosinning. In die Region 2 fallen etwa Forstern, Pastetten, Wörth und Eitting. Die dritte Kategorie umfasst Dorfen, den nördlichen Landkreis, Isen, Taufkirchen und Lengdorf. Am günstigsten ist es in Region 4 mit dem Holzland und St. Wolfgang.

Wer aufgrund keines oder eines sehr geringen Einkommens auf Beihilfen von Aruso und des Sozialamtes angewiesen ist, bekam bislang für einen Zweipersonenhaushalt bis zu 65 Quadratmeter in Erding 618 Euro für die Miete. Ab 2019 werden es 780 Euro sein, eine Steigerung von 26,1 Prozent. Bei einem Vierpersonenhaushalt bis 90 Quadratmeter steigt die Obergrenze von 855 auf 990 Euro.

In Region 2 klettern die Sätze von 585 auf 715 beziehungsweise von 810 auf 990 Euro. In Region 3 sind es 650 statt 553 beziehungsweise 900 statt 765 Euro und in Region 4 nun 553 statt 520 sowie 765 statt 720 Euro.

Im Kreistag betonte Aruso-Chefin Rohwer, dass die Betroffenen stets den Nachweis erbringen müssten, sich nach günstigeren Quartieren umgesehen zu haben. Mehrkosten würden per Gesetz nur sechs Monate gewährt. Rohwer machte jedoch deutlich, dass der Markt kaum Erschwingliches bereit halte. Ist das der Fall, erfolgt der Ausgleich der „unangemessen hohen Aufwendungen“, wie es im Gesetz heißt, über die sechs Monate hinaus.

Dabei betonte sie, dass die Sozialbehörden versuchten, die Menschen möglichst nicht aus ihrem Lebensumfeld zu entwurzeln, nur um in eine günstigere Wohnung umzuziehen. Auch könne man etwa Arbeitslose und Hartz-IV-Bezieher nicht einfach von der Stadt ins günstigere Umland absiedeln, weil sie dann von der Infrastruktur abgeschnitten würden, die eine Rückkehr ins Erwerbsleben vereinfacht. Allerdings betonten Rohwer und Kaltenbach, dass sie keine Wohnungsvermittler seien. „Aber wir werten sämtliche Annoncen in Zeitungen und Internet-Portalen aus. Das war auch die Grundlage für die neuen Obergrenzen“, so Rohwer. Rund 700 Inserate habe man herangezogen.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wies in diesem Zusammenhang auf die Baugenossenschaften und die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises hin. „Hier werden die Obergrenzen nicht überschritten“, lobte er.

Der Kreisausschuss erkannte die Notwendigkeit der Erhöhung. Gertrud Eichinger und Ulla Dieckmann (SPD) meinten: „Das ist notwendig und dringend geboten.“

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