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Für den Erdinger LBV verantwortlich (v. l.): Christian Kainz (Biotop-Beauftragter), Wolfgang Behn (Kassier), Dieter Beckert (2. Vorsitzender), Ursula Schmidt-Hoensdorf (Vorsitzende), Ivor Cowlrck (Beisitzer), Evelyn Ertel (Kassenprüferin) und Birgit Blume (Schriftführerin) mit Wahlleiterin Sophia Müller (LBV Oberbayern).

Kreisgruppe Erding des Landesbunds für Vogelschutz (LBV)

Eine neue Chefin für die Vogelschützer

Ursula Schmidt-Hoensdorf ist die neue Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Erding. Sie will Gartenbesitzer verstärkt mit ins Boot holen.

Erding – Ein neues Gesicht an der Spitze der Kreisgruppe Erding des Landesbundes für Vogelschutz (LBV): Ursula Schmidt-Hoensdorf ist ab sofort Vorsitzende.

Die Nachwahlen waren erforderlich, da gleich nach der regulären Wahl 2017 zwei Vorstandsmitglieder ihr Amt niedergelegt hatten und Vorstandsmitglied Christian Kainz nur kommissarisch die Leitung übernommen hatte. Kainz ist schon über zehn Jahre Mitglied im LBV und leitet die Ortsgruppe Fraunberg. Diese Doppelbelastung war ihm zu viel geworden.

Seine Nachfolgerin hat zuletzt zwei Jahre als Beirätin im Vorstand mitgewirkt. Die selbstständige Juristin möchte beruflich kürzertreten und sich nun ihrer Leidenschaft Vögel widmen. Zu ihrem Stellvertreter wurde Dieter Beckert gewählt, der schon seit 15 Jahren im Verein ist und bereits einige Jahre im Vorstand mitgearbeitet hat.

Kainz ließ in seiner Abschiedsrede das Jahr Revue passieren. Er berichtete von der Biotopflege im Viehlaßmoos und am Freisinger Buckel. Die Betreuung der rund 100 Nist- und Fledermauskästen im Stadtpark gehöre ebenso zu den ehrenamtlichen Aufgaben wie Heckenpflanzungen und Blühwiesen. Diverse Aktionen hätten den Verein bekannter gemacht. Das Volksbegehren habe zu einigen neuen Mitgliedern verholfen.

Die Kreisgruppe Erding zählt 320 Anhänger. Die Ortsgruppe in Dorfen, die erst im April 2018 gegründet worden ist, hat 72 Mitglieder, Fraunberg 21. Da ihm die Biotoppflege sehr am Herzen liegt, schlug Kainz vor, als Biotop-Beauftragter dem Vorstand erhalten zu bleiben. Dem stimmten die Mitglieder zu.

Kassier Wolfgang Behn verlas einen ausgeglichen Finanzhaushalt und teilte mit, dass sich die Gruppe für ein gutes Erscheinungsbild einen Infostand geleistet habe.

Als Dankeschön für zweijährige kommissarische Tätigkeit erhielt Kainz „ein gutes Bio-Tröpfchen“ und einen großen Karton. Auf das Volksbegehren eingehend, betonte Schmidt-Hoensdorf augenzwinkernd, dass es sich dabei um einen Bienenfresser handle, ein Igelhaus.

Die neue Vorsitzende hat schon viele Ideen, vor allem möchte sie mit anderen Vereinen und Gruppen zusammenarbeiten, um Kräfte zu bündeln. In Erding will sie größere Projekte umsetzen, zum Beispiel Vogelschutzhecken und Blühwiesen. Sie möchte nicht nur an städtischen Flächen aktiv werden, sondern auch Eigenheimer mit Gärten ins Boot holen. An den Schulen will Schmidt-Hoensdorf den Vogel- und Insektenschutz zum Thema machen – unter dem Motto „Was ist die Ursache des Arten- und Vogelsterbens?“

Ein wichtiger Schritt sei die Pflege der Homepage und vielleicht sogar ein Facebookauftritt, ein monatlicher Newsletter und ein Infostand. Die neue Vorsitzende weiß aber auch, dass die Mitglieder mehr Unterstützung von weiteren Ehrenamtlichen benötigen, um diese vielen Aufgaben bewältigen zu können.

Unter dem Titel „Frühling wird immer leiser, Vögel immer weniger“ präsentierte Schmidt-Hoensdorf Zahlen, die sehr nachdenklich machten, wie der Anstieg der Maisflächen um 20 Prozent gegenüber den Brachflächen, oder dass die Anzahl der Vögel seit 1980 in deutschen Siedlungsgebieten um 80 Prozent zurückgegangen sind. Von 268 Vogelarten sind inzwischen zehn ausgestorben. „Nur die Anzahl der Störche hat zugenommen, weil man sich intensiv um sie gekümmert hat“, so die neue Vorsitzende.

Ihr ist es wichtig, dass nicht nur die Bauern Ackerrandstreifen und Blühflächen für Insekten und Vögel anlegen, sondern auch die Gartenbesitzer etwas tun, nämlich heimische Blühpflanzen anbauen. Die Vögel sollten ganzjährig gefüttert werden, Wasserschalen aufgestellt und Nisthilfen geschaffen werden. „Die Politik reagiert zu langsam, deshalb müssen wir aktiv werden“, so die Vorsitzende. Zum Schluss stellte sie den Vogel des Jahres 2019 vor: die Feldlerche, deren Zwitschern für Schmidt-Hoensdorf „der Inbegriff des Sommers ist“.

Elvi Reichert

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