Kreißsaal im Klinikum Erding 

Eröffnung im November „zu optimistisch“

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„Vorsichtig optimistisch“ gibt sich Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), was die Wiedereröffnung des Erdinger Kreißsaals in naher Zukunft angeht.

Erding– Wegen Personalengpässen bei den Beleg-Hebammen muss die Geburtshilfe am Klinikum Erding den Betrieb bis auf Notfälle und geplante Kaiserschnitte einstellen. Diese Nachricht hat vor zwei Monaten eingeschlagen wie eine Bombe. Ob der Kreißsaal überhaupt wieder öffnet und wenn ja wann – auf diese Fragen gibt es bisher keine konkreten Antworten.

Inzwischen ist Martin Bayerstorfer in Sachen Geburtshilfe zumindest „vorsichtig optimistisch“, wie der Landrat und Verwaltungsratsvorsitzende am Freitag in der Jahrespressekonferenz der CSU im Erdinger Weißbräu sagte. „Wie es aussieht, sind wir guter Hoffnung, den Kreißsaal in naher Zukunft wieder öffnen zu können“, meinte auch Thomas Bauer. Auf einen Zeitpunkt wolle man sich aber nicht festlegen, erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag – auch, um nicht unnötig Druck aufzubauen.

In diesem Zusammenhang gingen Bauer und Bayerstorfer auch darauf ein, dass Hebamme Annemarie Wolf bei einer Veranstaltung vor einer Woche verkündet hatte, eine Wiedereröffnung sei schon für November geplant. Dies hielten beide doch für „zu optimistisch“.

Etwas Gutes konnten die CSU-Politiker dem geschlossenen Kreißsaal immerhin doch noch abgewinnen. Statt die Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen, solle man die Schließung als Chance begreifen, um gemeinsam mit den Hebammen ein zukunftsträchtiges Konzept zu erarbeiten und die Abteilung zu modernisieren. Bayerstorfer nannte diese Neustrukturierung eine „vielleicht einmalige Chance“ und erklärte, dass acht bis neun Hebammen nötig wären, um den Dienst rund um die Uhr gewährleisten zu können.

Mit zwei von ihnen habe er ein Gespräch gehabt, berichtete der Landrat. „Die wollen unbedingt weitermachen“, sagte er. Und sie hätten einige Verbesserungsvorschläge für den Erdinger Kreißsaal gehabt, der „tatsächlich nicht mehr der neueste Schrei ist“ – ein frisches Farbkonzept etwa oder auch weitere „Besonderheiten“, wie Bayerstorfer sich ausdrückte. Konkreter wurde er nicht, verriet nur so viel: „Da wären wir die ersten in der Republik.“

Derartige Verbesserungen sollen letztlich auch die Attraktivität der Geburtshilfe für werdende Mütter steigern. „Denn immer mehr von ihnen schauen sich vor der Geburt die Kreißsäle in der Region an“, bemerkte der Landrat. Er nannte eine Umgestaltung zugleich ein Signal an die Hebammen, dass man nicht nur an der Geburtshilfe festhalte, sondern auch in sie investiere. Wenn es denn soweit sei, wolle man „mit einem Tag der offenen Tür und großem Paukenschlag“ wiedereröffnen, sagte Bayerstorfer, stellte aber auch klar, dass dies letztlich Sache des Verwaltungsrats sei.

Hans Wiesmaier merkte an, dass die Finanzierbarkeit der Geburtshilfe nie zur Debatte gestanden habe. „Es liegt nicht an fehlenden Mitteln.“ Die CSU-Fraktion wolle alles unterstützen, „was notwendig ist, um den Kreißsaal wieder zum Laufen zu bringen“, versprach er. 

Rubriklistenbild: © Moritz

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