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Die B15 neu wird bei Landshut konkret geplant. Der Erdinger Kreistag lehnt die Variante 1c (rechte rote Linie) ab. Denn sie könnte zum Ausbau der bestehenden B15 führen. Besser sei Variante 1b.

Kreistag für Ost-Korridor durch Mühldorf

Dritte Absage: Widerstand gegen B15 neu flammt neu auf

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Bereits zweimal hat der Erdinger Kreistag eine B15 neu durch den Landkreis abgelehnt. Nun erneuerte er sein Nein ein weiteres Mal. Besser sei die Mühldorfer Trasse.

Erding – Bereits zweimal, 2014 und 2015, hat der Kreistag von Erding allen Planungen, die B15 neu durch den östlichen Landkreis zu bauen beziehungsweise die bestehende Bundesstraße mindestens dreispurig zu erweitern, eine Absage erteilt. In seiner letzten Sitzung in der zu Ende gehenden Amtsperiode haben die Kreisräte ihr Nein bekräftigt. Auslöser ist ein Teilstück der B15 neu, das den östlichen Landkreis gar nicht betrifft. Noch nicht.

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Wie berichtet, läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren für ein 1,8 Kilometer langes Teilstück über die Isar, südlich der A92 sowie östlich von Landshut. Danach stellt sich die Frage, ob die B15 Regensburg–Rosenheim durch den östlichen Landkreis Erding oder durch den Kreis Mühldorf verläuft. Mit 50:10 Stimmen erneuerte der Kreistag sein Nein zum Verlauf durchs Erdinger Land. Zugleich lehnte er die Planungsvariante 1c ab. Denn bei dieser, warnte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), sei die Gefahr am größten, dass der weitere Verlauf doch über die dann autobahnähnlich ausgebaute B15 alt beziehungsweise auf einer Paralleltrasse durchs Erdinger Land erfolge.

1,8-Kilometer-Teilstück um „vollendete Tatsachen zu schaffen“

Die SPD wollte noch einen Schritt weitergehen. Obwohl das jetzt konkret geplante 1,8 Kilometer lange Teilstück den Landkreis nicht betrifft, sprach sich Michaela Meister dafür aus, auch dieses Vorhaben abzulehnen. „Diese neue Abschnittsbildung hat offensichtlich nur den Zweck, vollendete Tatsachen zu schaffen“, heißt es in dem unserer Zeitung vorliegenden Antrag. Es werde sich nämlich um ein sehr aufwändiges Bauwerk handeln. Die SPD befürchtet, dass es bei Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss heißen könnte, es sei hier bereits so viel Geld geflossen, dass nun weiterzuplanen sei. So sei es auch bei der A94 gewesen. In den Unterlagen gibt es laut SPD keinen Hinweis, dass die B15 neu danach auf der bereits raumgeordneten Trasse auf Mühldorfer Flur fortgesetzt werde. Im Gegenteil. Meister berichtete, dass es mehrere Hinweise auf eine angestrebte Entlastung des Münchner Autobahnrings A99 gebe. Ihre Sorge: Dann würde doch durch den Landkreis Erding gebaut.

Dem widersprach CSU-Fraktionschef Thomas Bauer: „Dieser Abschnitt betrifft uns nicht.“ Besser sei Variante 1b, da diese in östlicher Richtung auf die B299 zulaufe – und damit zum Mühldorfer Korridor. Auch FW-Fraktionschef Georg Els sah das so. Ziel müsse sein, eine Anbindung an Niederbayern und die Oberpfalz zu bekommen – östlich der Landkreisgrenze.

Die Grünen: „Wir wollen keine neuen Straßen“

Namens der Grünen erneuerte Helga Stieglmeier die Festlegung: „Wir wollen keine neuen Straßen.“

Die Bürgermeister Heinz Grundner (CSU/Dorfen), Ullrich Gaigl (FW/St. Wolfgang) sowie Dorfens Altbürgermeister Josef Sterr (CSU) sprachen sich ebenfalls für die Variante 1b aus. Ein Ausbau der bestehenden B15 würde die schon jetzt enorme Blechlawine, die sich durch Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang wälzt, weiter anwachsen lassen.

Manfred Slawny wies darauf hin, dass es eine Fortsetzung des Abschnitts bei Landshut bereits gebe, die bestehende B15. Deswegen müsse man diesen zu verhindern versuchen. Ansonsten werde der zusätzliche Verkehr, den der neue Abschnitt anziehe, lange Zeit durch den Landkreis-Osten rollen. Für den weiteren Verlauf der B15 neu gebe es keinerlei konkrete Planungen. Der SPD-Vorschlag, alles abzulehnen, wurde 22:38 abgelehnt.

Martin Huber (AfD) meinte, die Mühldorfer Trasse sei alternativlos: „Sie ist bereits raumgeordnet, die meisten Grundstücke konnten schon erworben werden.“

Hans Moritz

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