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Kreistag: Gleiche Rechte aber keine Quote

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Erding - Durch die Brille der Geschlechtergerechtigkeit will der Kreistag in Zukunft blicken. Über den Unterschied zwischen "gleichgestellt" und "ausgewogen" wurde prompt gespöttelt.

Alle Themen durch die Brille der Geschlechtergerechtigkeit zu sehen - dieses Ziel formuliert das Gleichstellungskonzept des Landratsamtes. Die Strategie heißt Gender Mainstreaming, übersetzt etwa „geschlechtersensible Sichtweise“. Der Kreistag votierte am Montag einstimmig für das Papier - und dafür, dass das Landkreisparlament dazu einen Grundsatzbeschluss herbeiführen soll.

Helga Stieglmeier verlangte, das Thema auf die Agenda zu nehmen. „Auch in die Vorlagen der Ausschusssitzungen muss dann die Gender-Sichtweise integriert werden“, sagte die Grünen-Rätin. Jeder Beschluss müsse hinsichtlich der Auswirkungen auf Mann und Frau analysiert werden. Die Kreispolitik müsse das ernst nehmen, sagte die Fraktionssprecherin, „auch wenn ich jetzt ein paar Herren der CSU grinsen sehe“.

Konkret sprach Stieglmeier das im Konzept formulierte Ziel an, Führungspositionen auch mit Teilzeitkräften zu besetzen. Das seien im Landratsamt zu 84 Prozent Frauen, während 70 Prozent der Chefsessel von Männern besetzt seien. „Wir haben eine Abteilungsleiterin in Teilzeit“, antwortete Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), das sei die zweithöchste Ebene in der Behörde.

Roswitha Bendl (ÖDP) wies darauf hin, dass laut dem Gleichstellungsbericht auf die „Schulung der Führungskräfte und der politschen Mandatsträger besonderes Augenmerk zu richten“ sei. Sie sei gespannt in welcher Form das im Kreistag geschehen werde. Zum Abschnitt „Ausgewogenes Verhältnis in Gremien“ merkte Bendl etwas sarkastisch an: „Ich hoffe, dass ich in Gremien jetzt schon gleichberechtigt bin.“ Der Begriff „gleichberechtigt“ soll bezüglich der Besetzung durch „ausgewogen“ ersetzt werden. Auch Bendl wollte das nicht als Quote verstanden wissen: „Das würde ich als Bevormundung der Fraktionen betrachten.“

ta

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