Kriminalitätsstatistik 2017 

Zahl der Wohnungseinbrüche geht zurück

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Im Landkreis Erding sind im vergangenen Jahr 4134 Straftaten verübt worden, 235 weniger als 2016. Während die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückging, bleiben die Straftaten von Asylbewerbern auf konstant hohem Niveau.

Erding/Ingolstadt – Kaum eine Straftat verunsichert die Bevölkerung so sehr wie Wohnungseinbrüche. Denn damit geht der Verlust des individuellen Sicherheitsgefühls einher. Dennoch spielt dieses Delikt in der gestern in Ingolstadt vorgestellten Kriminalitätsstatistik für den Landkreis Erding nur eine untergeordnete Rolle. 43 Fälle waren es 2017, was gerade einmal einem Prozent aller Vergehen entspricht. 2016 waren es noch 73 gewesen. Insgesamt registrierte die Polizei 1137 (1216) Diebstähle.

Weitgehend konstant geblieben sind die Körperverletzungen. 593 stehen 616 im Vorjahr gegenüber, was in der Gesamtstatistik 14,3 Prozent entspricht.

Insgesamt ist der Landkreis voriges Jahr wieder ein Stück sicherer geworden. Der Rückgang der Straftaten beträgt 5,5 Prozent. 2638 Taten konnten geklärt werden, was einer Erfolgsquote von 63,8 Prozent entspricht – 1,1 Prozentpunkte weniger als 2016.

Ausführlich widmet sich die Kriminalstatistik für das nördliche Oberbayern den ausländischen Tatverdächtigen und hier insbesondere den Asylbewerbern. Im Präsidialbereich fallen 12,6 Prozent aller Verdächtiger in die Kategorie Zuwanderer, also Asylbewerber oder Personen, die nach Abschluss des Verfahrens (noch) nicht abgeschoben werden konnten.

Polizeipräsident Günther Gietl wies in der Pressekonferenz in Ingolstadt darauf hin, dass 2015 und 2016 die Zahl tatverdächtiger Asylbewerber „sprunghaft angestiegen“ sei. Es waren die Jahre der massenhaften Zuwanderung. „2017 nahm die absolute Zahl der Asylbewerber, gegen die strafrechtlich ermittelt wurde, erstmals wieder ab. Gleichzeitig stieg die Summe der Tatverdächtigen mit einer Duldung beziehungsweise illegalem Aufenthalt an“, so Gietl. Dabei ist zu bemerken, dass nicht jeder Tatverdächtiger am Ende des Verfahrens auch ein (verurteilter) Straftäter sein muss.

Besorgniserregend ist, „dass den größten Anteil an den Straftaten durch Zuwanderer Rohheitsdelikte und dabei insbesondere Körperverletzungen ausmachen“, heißt es in der Statistik. Immerhin: Der Anstieg fällt nur noch gering aus. Allerdings stellt die Bundespolizei vermehrt falsche Dokumente sicher, vor allem am Flughafen.

Präsidialweit wurden 105 Sexualstraftaten durch Zuwanderer registriert, 41 oder 64,1 Prozent mehr als 2016. Doch diese Angaben sind interpretationsbedürftig. Denn die Änderung des Sexualstrafrechts führt auch bei den Delikten durch Zuwanderer zu einem deutlichen Plus. Was bisher sexuelle Nötigung oder sexueller Missbrauch war, wird jetzt als Verbrechen gemäß der Artikel 177 und 178 Strafgesetzbuch gewertet. Neu hinzu gekommen ist die sexuelle Belästigung, die vor der Strafrechtsverschärfung lediglich als Beleidigung gewertet wurde.

In den Asylunterkünften im nördlichen Oberbayern nahm die Polizei 2342 Straftaten auf. Im Vergleich zu 2016 ist dabei ein leichter Rückgang festzustellen.

Gietl berichtete weiter, dass durch politisch beziehungsweise radikal religiös motivierte Kriminalität 2017 eine „unverändert hohe abstrakte Bedrohungslage bestanden“ habe.

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