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Ein Verbrechen, das in Erinnerung bleibt: Am 21. September vergewaltigte ein 23-Jähriger eine Erdingerin (40) auf brutale Weise. Das Opfer flüchtete durch den Fehlbach.

Kriminalitätsstatistik 

Gegen den Trend: Erding wird sicherer

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In Erding ist die Kriminalität entgegen aller Trends im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen – als einziger Landkreis im gesamten nordoberbayerischen Raum. Drei Verbrechen werden besonders in Erinnerung bleiben. Gestern wurde in Ingolstadt die Kriminalstatistik vorgestellt.

Erding/Ingolstadt – 4389 Straftaten hat die Polizei 2016 im Kreis Erding aufgenommen, 111 weniger als 2015. Das bedeutet einen Rückgang der Kriminalität um 2,5 Prozent. Auf 100 000 Einwohner kamen 3267 Straftaten. 2834 Vergehen klärten die Beamten auf. Das entspricht einer Quote von 64,9 Prozent (-0,6%). Diese Zahlen stellte gestern Günther Gietl, seit Herbst Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, in Ingolstadt vor.

Etwas weniger Wohnungseinbrüche

Der Rückgang fand im Schutzbereich der Polizeiinspektion Erding statt. 3255 Straftaten stehen 3445 im Jahr zuvor entgegen. Einen Anstieg verzeichneten die Dienststellen in Dorfen (1133:1036) und am Flughafen (1567:1460).

Nahezu jede dritte Straftat war ein Diebstahl (1216/27,8 Prozent). 73 Mal nahm die Polizei Wohnungseinbruchsdiebstähle auf, sieben weniger als 2015 (siehe auch Bericht auf der Erding-Seite).

Mit 18,9 Prozent an zweiter Stelle stehen die Rohheitsdelikte, darunter vor allem Körperverletzungen. Deren Zahl ist von 561 auf 616 spürbar angestiegen. Zugenommen haben auch Betrügereien – von 514 auf 534.

407 (425) Sachbeschädigungen wurden bei der Polizei angezeigt. Ebenfalls abnehmend sind die Rauschgiftdelikte (316:376).

Konkrete Daten legt die Polizei über Straftaten vor, bei denen Ausländer beziehungsweise Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt wurden. Für die einzelnen Landkreise liegen allerdings keine Ergebnisse vor. Insgesamt wurden im Bereich Oberbayern-Nord mit einer Bevölkerung von 1,527 Millionen Menschen nach Angaben des Präsidiums 62 244 Straftaten begangen. 42 788 Fälle konnten aufgeklärt und in diesem Zuge 33 447 Verdächtige ermittelt werden. Ohne die Verstöße gegen ausländerrechtliche Vorschriften, die zum größten Teil am Flughafen München durch die Bundespolizei festgestellt wurden, konnten 39 105 Vergehen aufgeklärt und 30 029 Verdächtige festgestellt werden.

Unter letzteren befanden sich 10 864 Nichtdeutsche, ein Zuwachs um knapp 20 Prozent. Mit 36,2 Prozent hat der Ausländeranteil an den Tatverdächtigen einen neuen Rekord erreicht. Im Vergleich zum bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2015 lag der Anteil um weitere 3,8 Prozent darüber.

Die aktuelle Statistik gibt auch Aufschluss über Straftaten, die von Zuwanderern begangen wurden. Unter diesen Begriff subsummiert die Polizei Asylbewerber sowie Personen, die nach Abschluss des Asylverfahrens nicht abgeschoben werden können, sondern nur geduldet sind.

Vergewaltigung, Mord und ein Baby

Ferner sind hier so genannte Kontingentsflüchtlinge sowie alle weiteren Ausländer erfasst, die sich illegal in der Bundesrepublik aufhalten. Elf Prozent aller Tatverdächtigen waren Zuwanderer. Vor einem Jahr waren es noch sieben gewesen. „Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich die Zahl der ermittelten Asylbewerber 2015 und 2016 mehr als verdoppelt“, heißt es in der Statistik. Das liegt daran, dass in dieser Zeit tausende Asylbewerber in den Bereich des Ingolstädter Präsidiums gekommen sind. Und: Das Gros der Straftaten findet unter Asylbewerbern und nicht selten in den Unterkünften statt.

Drei Straftaten werden in besonderer Erinnerung bleiben: Am 21. Februar ereignete sich in Dorfen der erste Mord in einer bayerischen Asylunterkunft. Ein Somalier (38) hatte einen Senegelasen (20) erstochen.

Am 7. Juni wurde in Altenerding ein neugeborenes Baby ausgesetzt. Die Mutter konnte bis heute nicht ermittelt werden.

Und am 21. September hat eine 23-Jähriger am Fehlbach in Erding eine 40-Jährige brutalst vergewaltigt. Besonders schlimm: Der junge Türke hätte wegen vieler Vorstrafen eigentlich schon längst abgeschoben sein sollen.

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