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Von Haus zu Haus gingen Beamte der Polizeiinspektion Erding im Herbst 2016 und verteilten die Infobroschüre „Ungebetene Gäste“ zum Einbruchschutz an die Bürger. Es war die Zeit der Dämmerungseinbrüche.

Kripo Erding 

Einbruch: So kann man sich schützen

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Sie kommen meist in der Dämmerung, hebeln Fenster oder Terrassentüren auf, nutzen Schwachstellen wie unversperrte Türen oder gekippte Fenster: Einbrecher. Wie man sich schützen kann, das erfahren die Bürger am Wochenende bei der Einbruchschutzmesse in der Stadthalle. Dort gibt auch die Kripo Tipps.

Erding – Lautlos und schnell – das sind für Einbrecher zwei wichtige Voraussetzungen, um in eine Wohnung oder ein Haus einzudringen. Brauchen sie länger als drei bis fünf Minuten, geben sie meist auf. Das sagt Kriminalhauptkommissar Johann Radlmaier. Er ist Fachberater für sicherheitstechnische Prävention bei der Kripo Erding und weiß: „Es bringt was, wenn man was macht.“ 47 Prozent der Einbrecher kämen nicht ans Ziel. „Bei zwei Dritteln war die Sicherungstechnik entscheidend“, sagt Radlmaier. Er berät die Bürger, wie sie technisch aufrüsten können, um sich zu schützen. Beim Mieterverein gab er vor allem Tipps für richtige Verhaltensweisen.

Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen, so die Statistik. In Bayern gab es 2016 insgesamt 7470 Einbrüche, im Landkreis 73 (2015: 80). Tendenz leicht fallend. In Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäuser werde meist über Fenstertüren (48 Prozent) und Fenster (32 %) eingestiegen, oft von der straßenabgewandten Seite, sagt Radlmaier. Dagegen gelangten die Täter in Mehrfamilienhäusern und Wohnblöcken über die Haustür ins Treppenhaus und würden dann die Wohnungstüren aufbrechen.

Mittlerweile gebe es staatliche Zuschüsse für bauliche Maßnahmen am Haus. Neben diesen rät Radlmaier vor allem zu sicherheitsbewusstem Verhalten. „Das kostet nichts, nur Disziplin.“ Wichtig: Haus- und Wohnungstüren immer zweimal zusperren – auch nachts. Fenster, Balkon- und Terrassentüren stets schließen, nie gekippt lassen. Das sei schon wegen des Versicherungsschutzes wichtig. Garten-, Hof- und Garagentor geschlossen halten – auch bei Anwesenheit. Den Haus- oder Wohnungsschlüssel nie draußen verstecken. Bei Mietwohnungswechsel stets den Schließzylinder austauschen („Sie wissen nicht, wer alles noch Schlüssel hat“) und außen keine Aufstiegshilfen wie Leitern bereit stellen.

Auch dichte Bepflanzung als Sichtschutz sei für Einbrecher verlockend. So seien sie von der Straße aus nicht zu sehen. Radlmaier: „Schneiden Sie Ihre Hecken und Sträucher im Herbst aus und zurück. Je einsichtiger, desto schlechter für Einbrecher.“

Ein guter Schutz sei auch der wachsame Nachbar – vor allem, wenn man verreist ist. Dagegen rät Radlmaier davon ab, die Rollläden zu schließen, wenn man wegfährt: „Zeigen Sie nie, dass Sie nicht daheim sind.“

Die Einbruchschutzmesse

in der Stadthalle Erding hat am Samstag/Sonntag, 8./9. April, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Es präsentieren sich regionale Handwerksbetriebe, zertifzierte Hersteller von Türen, Fenstern, Alarmanlagen und Nachrüstprodukten. Radlmaier gibt am Stand der Polizei jeweils um 14 Uhr Tipps für den Einbruchschutz.

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