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Zufriedene Gesichter: Christine Miedl, Ralf Müller und Josef Straßer (M.) vor der Erdinger Sparda-Bank.

Sparda-Bank

Von Krise keine Spur

Erding – Niedrigzinsen und Bankenkrise? Diese Begriffe scheint man bei der Sparda-Bank Erding nur aus den Nachrichten zu kennen. Die eigene Bilanz fällt blendend aus. Das könnte am Geschäftsmodell der Genossenschaftsbank liegen.

Ein Banker zu sein, ist in diesen Tagen kein Zuckerschlecken. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bringt die Banken um ihre wichtigste Einnahmequelle: Mit Krediten lässt sich immer weniger Geld verdienen. Umso mehr wert sind die Zahlen, die die Sparda-Bank München für ihr gesamtes oberbayerisches Geschäftsgebiet, aber auch für die Geschäftsstelle in Erding vorweisen kann. Während etwa die Sparkasse das erste Mal einen schmerzhaften Rückgang beim Bilanzgewinn veröffentlichen musste, zeigen bei der Sparda-Bank alle Pfeile nach oben.

Deswegen fällt es dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Ralf Müller im Gespräch mit unserer Zeitung nicht schwer, Entwarnung zu geben: „Es ist derzeit nicht beabsichtigt, Strafzinsen von unseren Kunden zu verlangen.“ Auch am gebührenfreien Lohn- und Gehaltskonto will der Vorstand festhalten.

Müller und der Erdinger Geschäftsstellenleiter Josef Straßer kennen natürlich alle Probleme der Niedrigzinsphase, der überbordenden Bürokratie und der Digitalisierung einschließlich immer weniger Kundenbesuchen in den Banken. „Da sind wir in einer sehr komfortablen Lage“, erklärt Müller. „Unser Filialnetz ist nicht so engmaschig. Für unser Geschäftmodell brauchen wir größere Standorte. Das bewahrt uns nun aber vor größeren Einschnitten.“

Dass die Rechnung aufgeht, beweist der Blick in die Bilanz: Die Zahl der Mitglieder, sprich der Eigentümer der Sparda, ist netto um 401 auf 7829 gewachsen. Zugleich ging der Bestand an Girokonten um netto 478 auf 7464 nach oben.

Viele Kunden nutzen den Niedrigzins für Investitionen. Im vergangenen Jahr wurden Darlehen im Wert von rund 19,5 Millionen Euro neu ausgegeben. Auch bei den Baufinanzierungen (ohne Vermittlungsgeschäft) zeigt der Pfeil nach oben. Auch wenn die Zinsen im Keller sind, laut Müller leidet sein Haus unter dieser Entwicklung bislang nicht. Oberbayernweit sei der Bilanzgewinn um etwa zehn Prozent auf 40,3 Millionen Euro gewachsen. Eine eigene Zahl für Erding gibt es nicht.

„Wir agieren in einer Wachstumsregion mit starker Wirtschaft, Zuzug und so gut wie nicht vorhandener Arbeitslosigkeit“, bringt Straßer die Standortvorteile auf den Punkt. Seit der Eröffnung der Erdinger Sparda-Bank 1997 steht er an der Spitze.

Unterm Strich, betont auch Pressesprecherin Christine Miedl, sei noch Geld vorhanden, um Gutes zu tun. 28 000 Euro seien gespendet worden, darunter an die Brücke, den Fendsbacher Hof und den Tierschutzverein. Für jedes neue Mitglied lässt die Sparda einen Baum pflanzen. Und bei Arbeitnehmer- und Kundenumfragen erhielt das Institut auch 2015 wieder die Noten Sehr gut.

Hans Moritz

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