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Kritik: Bekommt Ardeo zu viel Eiszeit-Zuschuss?

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Erding – Zum 16. Mal gibt es heuer die Ardeo-Eiszeit auf dem Schrannenplatz. Zum dritten Mal wird sie in diesem Jahr gemeinsam mit dem Erdinger Christkindlmarkt veranstaltet. Beide beleben die Innenstadt sichtbar. Das findet auch der Stadtrat. Stephan Treffler (ÖDP) bezeichnete sie als „unglaubliche Bereicherung“. Dennoch gab es am Dienstagabend Diskussionen um den Zuschuss.

Zur Finanzierung der Eiszeit erhält Ardeo seit 2012 jährlich 5000 Euro von der Stadt. Vorher war es weniger. Mit dem Zuschuss sind die Kosten – auch dank vieler Sponsoren – fast gedeckt. Denn 2015 machte Ardeo laut Kostenaufstellung ein Minus von 5870 Euro.

Auch heuer gewährt die Stadt den Zuschuss, allerdings erst, wenn ein Verwendungsnachweis vorliegt. Das heißt, die Kommune gleicht einen Verlust bis zu einem Wert von 5000 Euro aus. Falls das Minus geringer ist, gibt’s auch weniger Zuschuss.

Helga Stieglmeier (Grüne) erinnerte in dem Zusammenhang an die Weihnachtsbeleuchtung, deren Aufbau heuer erstmals die Stadt bezahlen musste, weil Ardeo einen Rückzieher gemacht hatte (wir berichteten). Rechne man diese Kosten von 15 000 Euro mit ein, „sprechen wir über 20 000 Euro Zuschuss“.

Die Organisation der Weihnachtsbeleuchtung in Erding ist eine diffizile Angelegenheit. Es gibt sie seit 1972. Die Stadt hatte sie damals angeschafft und trägt auch die Reparaturkosten. Auf- und Abbau bezahlt seit Jahren die Interessengemeinschaft (IG) Weihnachtsbeleuchtung, ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 200 Geschäftsleuten, Ladenmietern und Eigentümern in der Innenstadt. Ihr Beitrag richtet sich nach den Schaufenster-Metern.

Bis zu 15 000 Euro werden insgesamt für Auf- und Abbau fällig. Das Geld wurde zu den Anfangszeiten der IG per Haussammlung „eingetrieben“, später per Bittbrief. Von Jahr zu Jahr lässt die Bereitschaft zur freiwilligen Finanzierung jedoch nach. Filialisten etwa beteiligen sich überhaupt nicht. Das bekommt auch Ardeo zu spüren, das die IG seit Gründung quasi verwaltet. Wie berichtet, zog Vorsitzender Dieter Gerlspeck vor wenigen Wochen die Notbremse. Er sah es nicht mehr ein, das Defizit der IG aus Ardeo-Mitgliedsbeiträgen auszugleichen.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) wollte Eiszeit und Weihnachtsbeleuchtung nicht verquicken. Schließlich habe das eine mit dem anderen nichts zu tun. Allerdings müsse es den Händlern schon gelingen, „die Beleuchtung selbst auf die Beine zu stellen, das ist ja wie die Schaufenstergestaltung“, so Gotz.

Burkhard Köppen (CSU) brach eine Lanze für den Ardeo-Vorstand. „Ardeo hat über viele Jahre gute Arbeit geleistet.“ Er verwehrte sich dagegen, „ehrenamtliche Vorstände, die von ihren Mitgliedern allein gelassen werden, wie die Deppen der Nation dastehen zu lassen“. Wenn es solche Schwierigkeiten mit der Beleuchtung gebe, müsse man eben über eine städtische Organisationsstruktur nachdenken, schlug Köppen vor. Gotz stellte klar, dass er als OB immer nur zu ehrenamtlichem Engagement anregen habe wollen. Sein Wunsch sei es, dass die Mannschaft breiter werde, die die Verantwortung trage.

Wie berichtet, ist die eigentlich heuer fällige Jahreshauptversammlung von Ardeo auf Anfang nächstes Jahr verschoben worden. Da wird es wohl einen Wechsel im Vorstand geben. Gerlspeck hatte wiederholt durchklingen lassen, dass er und sein Vize Thomas Albrecht sich nicht mehr zur Wahl stellen werden. 

Gabi Zierz

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