Neuer Blickfang an der Sempt: Anstelle der alten Schulturnhallen am Lodererplatz will die Stadt eine moderne Mehrzweckhalle errichten, in der auch kulturelle Großveranstaltungen möglich sind. Auch eine Mensa ist vorgesehen.
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Neuer Blickfang an der Sempt: Anstelle der alten Schulturnhallen am Lodererplatz will die Stadt eine moderne Mehrzweckhalle errichten, in der auch kulturelle Großveranstaltungen möglich sind. Auch eine Mensa ist vorgesehen.

Entwurf für 27 Millionen Euro teure Mehrzweckhalle am Rand der Erdinger Altstadt vorgestellt

Kultur- und Sporttempel für 1800 Gäste

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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2024 soll es fertig sein: die neue Mehrzweckhalle an der Lodererplatz-Schule. Im Bauausschuss stellten die Architekten das Projekt vor.

Erding – Derzeit werden hier noch Bürger gegen Corona geimpft, 2022 sollen die Abrissbagger auffahren, Ende 2024 das neue Juwel in bester Lage eröffnet werden: die neue Mehrzweckhalle am Lodererplatz am Rande der Erdinger Altstadt. Im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats stellten die Architekten das 27-Millionen-Euro-Projekt vor, in dem bis zu 1800 Menschen feiern oder Kultur erleben können, die Schüler der Grund- und der Mittelschule im Sportunterricht schwitzen beziehungsweise zu Mittag essen.

OB Max Gotz (CSU) sprach einerseits von einer „großen Herausforderung“, aber auch von einem Projekt, „dass die Sportstadt Erding gewaltig erweitern und bereichern wird“. Denn Erding werde dann endlich über eine Halle verfügen, die so groß ist, dass die Schulen hier ihre Abschlussfeiern und -bälle zelebrieren können und nicht mehr nach Freising oder Moosburg ausweichen müssen. Aber auch Kulturevents sind möglich, für die die Stadthalle zu klein ist. Für den Sport gibt es eine neue Stätte mit Tribüne bis zum Spielfeldrand. Und nicht zuletzt bekommen die Grund- und Mittelschüler eine Mensa mit ausreichend Plätzen und moderne Schulsporthallen – gleich drei werden es unter einem Dach sein.

Bereits im Dezember hatte sich der Stadtrat grundsätzlich für die Mehrzweckhalle ausgesprochen, erinnerte Stadtbaumeister Sebastian Henrich. 2019 wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Im April vergangenen Jahres wurde das Projekt in die Hände des Architekturbüros Fuchs und Rudolph gelegt.

Bühne frei: So sieht die maximale Bestuhlung in der Halle mit großer Bühne aus.

Das hatte nicht zuletzt auch deshalb den Zuschlag bekommen, weil den Stadträten die Außengestaltung so gut gefiel. Denn der Haupteingang liegt zur Sempt hin. Dort entsteht ein großzügiger Vorplatz mit einem Zugang zum Fluss über breite Treppen, wie man sie auch aus dem Stadtpark kennt – ein sehr repräsentatives Ambiente. Henrich sprach von einem „wunderbaren Architektenwettbewerb“.

Planer Arnd Rudolph berichtete, dass der Vorplatz mit Blick auf die Altstadt in ein großzügiges Foyer münde. Von dort führt eine Treppe zu den Hallen, die aber auch über die Tribünen mit Platz für mehrere hundert Zuschauer erreicht werden können. Die Arena selbst lässt sich in drei Einheiten unterteilen. Das Gebäude wird tiefergelegt, sodass es nur vier bis fünf Meter über die Oberfläche ragen wird. Das Dach wird teils begrünt und teils mit einer Photovoltaikanlage bestückt.

Auch im Untergeschoss gibt es – anders als etwa in der Semptsporthalle in Altenerding – ein großes Foyer sowie eine zweite WC-Anlage, Geräte- und Technikräume. Auf der mobilen Bühne ist Platz für bis zu 80 Akteure. Die Böden werden je nach Nutzung gewechselt. Außen wird die Halle von einem Säulengang umgeben. Der Parkplatz im Süden der Halle müsse allerdings weichen, so Rudolph.

Zur Lüftung erklärte Alfred Kinast, es erfolge eine Frischluftzufuhr über die Decke, das gesamte Volumen werde sieben Mal pro Stunde komplett ausgetauscht, die verbrauchte Luft nach unten abgesaugt – in Pandemiezeiten ein nicht unwesentliches Kriterium. Zudem wird es eine Klimaanlage mit Brunnenwasser-Kühlung sowie eine Fußbodenheizung geben. Der Bauphysiker Philipp Park versprach einen Passivhausstandard.

Zum Zeitplan kündigte Rudolph an, die Entwurfsplanung werde bis Sommer dieses Jahres fertig sein. Die Ausschreibungen sollen über den Winter erfolgen. „Bis Mitte April wollen wir die bestehenden Hallen abreißen und unmittelbar mit dem Bau beginnen. Der soll bis Juni 2023 dicht sein. Mit der Fertigstellung rechnet er im Sommer/Herbst 2024. Die Gesamtkosten bezifferte er inklusive Preisindex und Risikozuschlag mit rund 27,2 Millionen Euro. Weil es sich (auch) um eine Schulsporthalle handelt, rechnet Gotz mit etwa drei Millionen Euro Zuschuss.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich sehr angetan. Hubert Sandtner (CSU) sprach von einer „kulturellen Bereicherung und einer Aufwertung des gesamten Viertels“. Burkhard Köppen (CSU) meinte: „Ich freue mich, dass es losgeht“. Es sei ein die Stadt prägendes Projekt.

Hans Fehlberger (FW) mahnte, es dürfe keine Konkurrenz zur Stadthalle entstehen. Gotz erwiderte, es sei eher eine Ergänzung, die Veranstaltungen ermögliche, die bisher in Erding mangels Platz nicht möglich sind. Er und Stadthallen-Geschäftsführerin Jutta Kistner sehen übrigens auch in der geplanten Eventhalle am Flughafen keine Konkurrenz.

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