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Der Kulturpreis des Landkreises Erding geht an das Jugendorchester Violinissimo und die Theatergruppe Isen

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Die Kulturpreisträger des Landkreises Erding sind dieses Jahr das Jugendorchester Violinissimo mit ihrer Leiterin Ulli Büsel (linkes Bild, hinten, r.)
So sehen Sieger aus: Die Kulturpreisträger des Landkreises Erding sind dieses Jahr das Jugendorchester Violinissimo mit ihrer Leiterin Ulli Büsel (linkes Bild, hinten, r.) © Violinissimo

Die Kulturpreisträger 2019 des Landkreises Erding stehen fest: Die Preisträger sind das Jugendorchester Violinissimo und der Theaterverein Isen. Bei der Bekanntgabe lobte Landrat Martin Bayerstorfer aber nicht nur die hohe künstlerische Qualität. Auch andere Kriterien waren ausschlaggebend.

Landkreis – Das Jugendorchester Violinissimo aus Erding und der Theaterverein Isen sind die neuen Kulturpreisträger des Landkreises. Das gab Landrat Martin Bayerstorfer in der Ausschusssitzung für Bildung und Kultur am Mittwochnachmittag im Landratsamt bekannt.

Bereits seit Jahren gehöre das Jugendkammerorchester Violinissimo zu den besten der Welt und heimse einen internationalen Preis nach dem anderen ein, lobte der Landrat. Und nun werden die talentierten jungen Musiker mit ihrer Leiterin Ulli Büsel auch in der Heimat geehrt. „Aber nicht nur aufgrund der herausragenden musikalischen Qualität, mit der es den kulturellen Ruf Erdings weltweit stärkt, sondern auch wegen der Tatsache, dass das junge Orchester stets seiner Heimat treu blieb und die heimischen Musikliebhaber erfreut“, wie Bayerstorfer betonte. Nicht zuletzt engagiere sich das Orchester, das ohne Dirigent spielt, mit regelmäßigen Benefizkonzerten sozial in der Heimat.

Die Kindergruppe der Theatergruppe Isen. Nicht zuletzt für das Engagement in der Nachwuchsarbeit wurde den Isener Mimen der Preis verliehen.
Die Kindergruppe der Theatergruppe Isen. Nicht zuletzt für das Engagement in der Nachwuchsarbeit wurde den Isener Mimen der Preis verliehen. © Theatergruppe

„Ich bin wirklich überrascht. Wir sind ja preisverwöhnt, aber so eine Auszeichnung zuhause ist schon etwas Besonderes“, sagte Büsel höchst erfreut im Gespräch mit der Heimatzeitung. Außerdem stehe der Kulturpreis des Landkreises ja nicht nur für eine einmalige herausragende Leistung, sondern für nachhaltiges Wirken. Der Preis stärke den jungen Musikern gewaltig den Rücken und verleihe ihnen erneut Motivation. Auch die 2000 Euro Preisgeld kämen gerade recht. „Wir sind 2020 nach Cremona in Italien und anschließend in die Provence eingeladen, da dürfen wir an geschichtsträchtigen Orten vier Konzerte geben. Ich bin gerade dabei, die Reise zu finanzieren, da hilft solch eine Finanzspritze natürlich sehr“, freut sich Büsel.

Die Ehre des Kulturpreises wird auch dem Theaterverein Isen zuteil. Das Theaterspiel in Isen habe eine lange Tradition, die sich bis ins Jahr 1903 zurückverfolgen lasse, wie der Landrat berichtete. Den heutigen Verein gibt es seit 36 Jahren. Seither realisierten die rund 40 Aktiven (insgesamt 90 Mitglieder) 80 Stücke. Gespielt werden Komödien, bayerische Volksstücke und auch Musicals, immer auf der Bühne des Klementsaals in Isen.

Die Stücke seien regelmäßig gesellschaftspolitisch oder sozialkritisch, wie 2018 „Eine ganz heiße Nummer“, in der das Sterben der Tante Emma Läden auf dem Land thematisiert wurde. Mit „Honig im Kopf“ wagten sich die Mimen heuer an das schwierige Thema Altersdemenz. Neue Wege gehe der Verein auch mit dem Einsatz von multimedialen Elementen. Zudem würden die Schauspieler jedes Jahr ein Märchen auf die Bühne bringen.

Was den Theaterverein Isen deutlich von anderen Formationen abhebe, sei das Engagement, das die Akteure Kindern und Mitmenschen mit Behinderung entgegenbrächten. Besonderes Augenmerk lege der Verein auf ihre eigene Kinder- und Jugendarbeit, wie Bayerstorfer herausstellte. Es gehe vor allem darum, die Selbstbestimmtheit und das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen zu stärken.

„Wir freuen uns enorm“, sagte Vorsitzender Bernhard Thalhammer der Heimatzeitung. „Wir sind ja schön öfter von unserem Bürgermeister vorgeschlagen worden.“ Ändern werde sich durch den Kulturpreis allerdings „gar nix“. „Unser Hauptthema ist, dass wir jedes Jahr ein Märchen auf die Bühne bringen und das wird auch so bleiben.“

Für das Preisgeld hat auch der Theater-Vorsitzende bereits eine Idee: Wir werden es für unsere Jugendgruppe verwenden. Denn der Verein ist davon überzeugt: „Kultur formt die Herzensbildung des Menschen, und aus autonom handelnden Kindern werden in der Regel keine fremdbestimmten Erwachsenen.“ Auch dieses Ziel war ausschlaggebend bei der Preisvergabe, so der Landrat. (Alexandra Anderka)

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