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Übung macht den Meister: Muttersöhnchen Frederic (Christian Söldenwagner, M.) präsentiert seine Show, skeptisch beäugt von Willi (r., Heiko Schlenk). Begeistert hingegen sind (v. l.): Dieter (Wolfgang Mai), Ronny (Kai Westphal) und Mike (Markus Fruhmann).

Volksspielgruppe Altenerding

Erdinger Mimen präsentieren Ladies Night: Stripper, Strapse, Strings

Strapazierte Lachmuskeln und einen höchst vergnüglichen Abend bescherte die Volksspielgruppe Altenerding seinem Publikum bei der Premiere. Für eine Überraschung sorgten die strippenden Männer am Ende der Vorstellung.

Erding– Strippende Männer auf der Bühne, johlende Frauen im Publikum. So würde man es vielleicht erwarten, doch bei der Premiere von „Ladies Night“ der Volksspielgruppe Erding am Wochenende sah das anders aus. Mindestens genauso viele Männer saßen im Publikum und wollten sich das Stück nach der britischen Filmkomödie „Ganz oder gar nicht“ nicht entgehen lassen.

Und es hat sich für alle gelohnt, denn die Mimen gaben ihr Bestes und bescherten dem Publikum in der ausverkauften Stadthalle einen äußerst vergnüglichen Abend mit strapazierten Lachmuskeln.

Das Stück handelt von sechs arbeitslosen Männern, die sich Tag für Tag in einer tristen Kneipe treffen. Aufgrund ihrer Misere beschließen sie, die Strippergruppe „Die wilden Stiere“ zu gründen, um Geld zu scheffeln. Viel mehr gibt es zum Inhalt nicht zu sagen. Das Stück lebt nicht von versteckten Botschaften oder Denkanstößen. Die Inszenierung der Volksspielgruppe, bei der Renate Eßbaumer und Manuela Schieder Regie führen, besticht durch unzählige skurrile Situationen, die authentische Darstellung der unterschiedlichen Charaktere, die Detailverliebtheit in der Ausstattung und schließlich den Mut der sechs Männer, die – wenn auch durch Nebel verhüllt – am Ende nur im String-Tanga auf der Bühne stehen.

Detail in der Ausstattung

Alle Hauptdarsteller spielten selbstsicher und authentisch ihre Rollen, angefangen vom bockigen Mike (Markus Fruhmann) über den vernünftigen Uwe (Wolfgang Wimmer), den schwulen Dieter (Wolfgang Mai) bis hin zum zerrissenen Willi (Heiko Schlenk), der vor allem durch seine gekonnte Mimik zu überzeugen wusste. Seine Premiere bei der Volksspielgruppe hatte Kai Westphal als Ronny. Der Schwindegger gab lässig den unbekümmerten und von sich eingenommen Jüngling aus dem Osten. Lediglich sein Hochdeutsch irritierte. Ein sächsischer Dialekt oder eine andere Herkunft wären da passender gewesen. Christian Söldenwagner hatte dieses Mal nach mehreren kleinen Rollen zum ersten Mal eine Hauptrolle übernommen – ein Volltreffer. Er mimte das Muttersöhnchen Frederic, das sich im Laufe des Stücks zum lebenshungrigen Showtänzer entwickelt, der sich sogar noch im schwulen Dieter einen Partner findet. Ebenso großartig war Gerhard Zech in seiner Rolle als schmieriger Clubbesitzer Bernie. Er hatte sich in diese Figur mit grandiosem österreichischem Akzent so hineinversetzt, dass er diese auch während der After-Show-Party nicht mehr ablegte. Dort hatte übrigens auch Tamara Peinelt, die als Burleske-Darstellerin sowohl in Mimik, als auch in ihrem Gehabe und ihren Bewegungen herausragend war, ihren großen Auftritt. Zusammen mit den vier Tänzerinnen Daniela Zehetmeier, Christiane Butz, Yvonne Brandt, Luisa Breiner und Lisa Schuler begeisterte sie mit ihrem frivolen Tanz das After-Show-Publikum.

Rüschenhemd und Fuchsschwanz

Neben Adaptierungen des Textes auf Erdinger Personen und Begebenheiten waren witzige Details wie ein Glitzermikrofon, eine Floh-Einlage oder eine Schauspielerin im Publikum gekonnt eingesetzt. Auch Maske und Kostüm bekommen volle Punktzahl. Der Fuchsschwanz am Gürtel des prolligen Willi oder Bernies knallgelbes Rüschenhemd unter dem weißen Anzug sind nur zwei der gelungenen Beispiele.

Sogar ein bisschen Spannung kam auf: Obwohl jeder im Publikum wusste, dass die sechs Männer am Ende strippen werden bangte man kurz vor dem Auftritt, als sich die sechs Männer streiten, hinschmeißen wollen und alles zu scheitern droht.

Lediglich der Ton war anfangs schwierig, da sich die Wörter wegen schlechter Aussteuerung überschlugen oder nachhallten. Aber die Tontechniker bekamen dies bei der Premiere rasch in den Griff, so dass dem vergnüglichen Abend nichts mehr im Wege stand. (Alexandra Anderka)

In weiteren Rollen

sind Stefanie Kreklau als Abigail, Oliver Scheufler als David, Kora-Lee Claude als Chrissy, Janine Bach als Betty, Anneliese Adelsperger als Theresia, Leonore Wimmer als Anni, Carmen Henning als Frau von Lüdinghausen, Christina Peinelt als Wirtin, Oliver Kazenecki und Peter Siska als Gäste in der Kneipe zu sehen.

Restkarten

für die Vorführungen von „Ladies Night“ am Freitag und Samstag, 20. und 21. September, jeweils um 20 Uhr gibt es im Ticketbüro in der Stadthalle am Alois-Schießl-Platz oder unter Tel. (0 81 22) 99 07 12.

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