Landgericht Landshut 

Erdinger Rechtsanwalt (32) dealt mit Drogen

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Ein 32 Jahre alter Jurist aus Erding ist gewaltig vom rechten Weg abgekommen. Seit Montag muss er sich wegen schwunghaften Handels mit Rauschgift vor dem Landgericht Landshut verantworten. Ihm drohen eine mehrjährige Haftstrafe sowie der Verlust der Zulassung.

Erding/Landshut – Mehrere Personen waren in die Geschäfte vor allem mit Kokain und Amphetaminen sowie im einem Fall mit Haschisch eingebunden. Darunter ist auch seine Mutter, die früher selbst in Rauschgiftgeschäfte verwickelt gewesen sein soll. Sie müssen sich in abgetrennten Verfahren verantworten. Der Anwalt gilt als Kopf des Rings.

In dem von Vorsitzendem Richter Ralph Reiter geleiteten Verfahren verlas Staatsanwältin Maria Offenbeck die Anklageschrift. Der 32-Jährige, der in München als Anwalt tätig ist, soll zwischen November 2015 und Mai vergangenen Jahres von seiner Privatadresse aus schwunghaften Drogenhandel betrieben haben. Dann wurde er festgenommen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Laut Anklage ließ er sich die Betäubungsmittel von zwei Anbietern, die den Behörden ebenfalls bekannt sind, vor allem an die Adresse seiner Mutter schicken. Sie lebt ebenfalls in Erding. Danach verkaufte er den Stoff gewinnbringend weiter – stets an Abhängige aus dem Raum Erding zu Preisen zwischen 30 und mehreren hundert Euro. Die Übergaben erfolgten jeweils in der Nähe des S-Bahnhofs und des Wohnsitzes seiner Mutter im Stadtteil Klettham.

Dabei betätigte sich der Jurist keineswegs als Kleindealer, sondern veräußerte regelmäßig größere Mengen. Los ging es im November 2015 mit 1000 Gramm Amphetamin zum Grammpreis von fünf Euro. Am 7. Dezember 2015 bestellte er 50 Gramm Kokain zum Preis von 63 Euro pro Gramm. Am 1. Februar 2016 orderte der 32-Jährige 100 Gramm Kokain zum gleichen Preis. Drei Monate später war es wieder ein Kilo Amphetamin. In den weiteren Fällen waren jeweils mehrere hundert Gramm Koks sowie kilogrammweise das verbotene Aufputschmittel. Die Wohnung der Mutter nutzte der Anwalt nicht nur als Lieferadresse, sondern bewahrte den Stoff zeitweise auch dort auf.

Auf die Spur des Kartells kam die Kriminalpolizei unter anderem durch einen Zugriff am 1. Februar 2017. Zwei Lieferanten waren in einem Mercedes mit Cuxhavener Kennzeichen von Bremen nach Erding unterwegs. An der Rastanlage Greding an der Autobahn A 9 Nürnberg-München wurde das Duo kontrolliert. Dabei konnten 250 Gramm Kokaingemisch und fast ein halbes Kilogramm Haschisch im Wagen sichergesellt werden.

Die Geschäfte lohnten sich für den Anwalt. Die Staatsanwaltschaft errechnete einen Ertrag von knapp 107 000 Euro.

Der Anwalt wird von drei Kollegen vertreten. Sie streben nun eine Verabredung mit dem Gericht an, einen so genannten Deal. Sofern der Erdinger vollumfänglich auspackt, soll er eine geringere Strafe bekommen. Morgen und am Freitag wird der Prozess fortgesetzt. 

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © Keystone

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