Landgericht München 

Haftstrafen für Gullydeckel-Einbrecher

Nach Einbrüchen in Handyläden in Erding, München, Maisach, Olching, Ebersberg und Markt Schwaben hat das Landgericht München II drei Brüder wegen Diebstählen und Betrugsversuchen verurteilt.

Erding/München – Sie hatten stets die gleiche Masche auf Lager: Sie packten sich einen schweren Gullydeckel aus der Fahrbahn, schmissen damit das Schaufenster eines Telefonladens ein und räumten ihn aus. Nun hat das Landgericht München II drei Brüder (19, 26 und 28 Jahre alt) aus Rumänien wegen Diebstählen und Betrugsversuchen verurteilt. Die beiden Älteren müssen ins Gefängnis, der Jüngste erhielt noch einmal Bewährung, weil er als einziger nicht vorbestraft ist.

Nachdem sie die Fenster zertrümmert hatten, stiegen die Brüder in Handyläden in Erding, München, Maisach, Olching, Ebersberg und Markt Schwaben ein. Sie stahlen Handys und Tablets im Wert von fast 35 000 Euro und hinterließen einen Sachschaden von fast 15 000 Euro. Ihre Einbruchstour begannen sie in München, wo sie im Oktober und November 2015 einbrachen. Nächstes Ziel war ein Supermarkt in Maisach-Gernlinden, wo sie Zigaretten im Wert von 18 Euro klauten, dann aber flohen, weil sie beobachtet wurden. Anschließend schlugen sie in zwei Handygeschäften in Olching zu. Die nächsten Tatorte: Ebersberg im Dezember 2015 und Markt Schwaben im Januar 2016. Sie erbeuteten Geräte im Wert von 12 600 Euro. Am Silvestertag 2015 schlugen sie in einem IT-Geschäft in Erding zu.

Das Gericht verurteilte den ältesten der Brüder wegen achtfachen Diebstahls, Sachbeschädigung und zwei Betrugsversuchen zu vier Jahren Gefängnis, den jüngsten Bruder zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Der Mittlere des Trios wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei und drei Betrugsversuchen zu einer Gesamtstrafe von zweieinhalb Jahren verdonnert – eine Vorstrafe wurde einbezogen.

Ursprünglich waren die Brüder als Bande angeklagt – darauf stehen noch höhere Strafen. „Eine Absprache konnten wir aber letztlich nicht nachweisen“, sagte die Vorsitzende Richterin Regina Holstein. Es gebe auch kein Foto, auf dem drei Täter zu sehen seien. An weiteren Spekulationen, etwa dass der dritte Mann Schmiere stand, „wollen wir uns nicht beteiligen“.

Neben den entwendeten Handys hätten die Täter einen „enormen Sachschaden“ angerichtet, kritisierte die Richterin. In Maisach hatten sie etwa tausende Euro Schaden wegen drei Schachteln Zigaretten hinterlassen. Die Ausrede, das zahle ja die Versicherung, könne sie nicht mehr hören. „Wer ist denn die Versicherung? Jeder, der eine Versicherung bezahlt. Sicher nicht Rumänen, die hierher kommen und einbrechen.“ Die Richterin sprach ausdrücklich den Jüngsten an: Dieser sei eingereist, habe sich bei seiner Schwester in Fürstenfeldbruck einquartiert und „nichts anderes“ getan, als zu stehlen. Nina Gut

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