landkreis-erding-bauantrag
+
Im Landkreis Erding wird kräftig gebaut. Die Bearbeitung der Anträge dauert aber länger als früher. Nicht ohne Grund

Valentin Bitzer moniert zu lange Genehmigungszeiten – Landrat: Wollen besser werden

Luftnot im Kreisbauamt

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

Die Genehmigung von Bauanträgen dauert im Landkreis seit einiger Zeit teils deutlich länger als früher. Das hat mehrere Gründe, einer ist ganz besonders.

Valentin Bitzer (FW) sprach gar von „Missständen“: Im Kreis-Bauausschuss monierte er die immer länger werdenden Genehmigungszeiten selbst für einfache Vorhaben. Das dauere oft um die vier Monate. „Da muss doch was unternommen werden“, verlangte der Kreisrat.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wies in seiner Antwort darauf hin, „dass wir jahrelang die kürzesten Genehmigungszeiten in ganz Bayern hatten. Wir waren Spitze, jetzt sind wir immerhin noch in der Spitzengruppe.“ Auch ihm sei aufgefallen, dass Bauherren wieder länger auf eine Genehmigung warten müssen.

Das hat Bayerstorfers Worten zufolge mehrere Gründe. „Zum einen hatten wir einige krankheitsbedingte Ausfälle, die Abteilungsleitung hat gewechselt und eine sehr erfahrene Kraft ist in den Ruhestand gegangen.“ All das lasse sich nicht so einfach kompensieren.

Hinzu komme, dass sich die Gesetzeslage aufgrund von Gerichtsurteilen laufend ändere. „Für die Mitarbeiter heißt das, dass sie sich permanent weiterbilden müssen“, so der Landrat.

Man dürfe nicht nur die Zeit sehen, in der ein Antrag in der Kreisverwaltung liegt. „Oft bekommen wir Gesuche erst mit wochenlanger Verspätung von den Rathäusern, weil sie dort erst in den Gemeinderäten behandelt werden mussten.“

Er machte aber auch deutlich, dass es die spezielle Arbeitsweise im Kreisbauamt sei, die mitunter für längere Wartezeiten sorge. „Ich lasse mir jede Ablehnung vorlegen“, erklärte der Landrat. Denn sein Ziel sei, möglichst viele Anträge positiv zu bescheiden. „Oft findet man noch eine Lösung, wenn man sich den Einzelfall genau anschaut. Aber das kostet Zeit.“

Hinzu komme, dass die Anforderungen an den Brand- und den Denkmalschutz immer höher würden. Auch das Wasserwirtschaftsamt müsse wegen der zunehmenden Zahl an Überschwemmungsgebieten immer öfter beteiligt werden.

Zum Brandschutz merkte Bayerstorfer an, dass Kreisbrandinspektor Andreas Pröschkowitz, den sich Stadt- und Kreisverwaltung teilen, an sich nur für die Begutachtung öffentlicher Bauten eingestellt worden sei. „Immer häufiger erstellt er – gegen Gebühr – auch Gutachten für private Bauherren. Denn es gebe sehr wenige Sachverständigen-Büros, die entsprechend ausgelastet seien.

Der Landrat zeigte sich aber offen, im Kreisbauamt mehr Personal einzustellen. Denn ehrgeizig ist er: „Ich will wieder an die Spitze.“

ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare